Groß Behnitz

Neues Konzept für Kirche und Mausoleum

Die Arbeit des Gemeindekirchenrats unterstützen und ihrer Kirche sowie dem Mausoleum der Familie von Borsig zu neuem Glanz verhelfen – das sind die Ziele des kürzlich gegründeten Fördervereins für die Groß-Behnitzer Kirche. Damit es auch mit den Leader-Mitteln klappt, wird derzeit ein Nutzungskonzept erarbeitet, das vor allem Kultur und Konzerte beinhaltet.

Angela Raband, Detlef Weber, Regina Kretschmer, Ingrid Duchal und Christiane Gerth vom neu gegründeten Förderverein.
Quelle: Laura Sander

Groß Behnitz. Die Arbeit des Gemeindekirchenrats unterstützen und ihrer Kirche sowie dem notdürftig reparierten Mausoleum der Familie von Borsig zu neuem Glanz verhelfen – das sind die Ziele des kürzlich gegründeten Fördervereins für die Groß-Behnitzer Kirche.

Mit Leben füllen

„Wir möchten die Kirche mit Leben füllen und planen eine Vielzahl von Veranstaltungen. Sie soll stärker für die Allgemeinheit genutzt werden“, so Angela Raband vom Vereinsvorstand. In Groß Behnitz nicht ganz einfach umzusetzen, da es neben dem Dorfgemeinschaftshaus außerdem einen großen Veranstaltungsraum der freiwilligen Feuerwehr gibt. „Konzerte, Lesungen und Filmvorführungen sollen Leute aus dem Dorf und von außerhalb in unsere Kirche locken. Denn nur wenn die Kirche tatsächlich genutzt wird, haben wir einen Anspruch auf Fördergelder“, so Raband weiter.

Erster Antrag abgelehnt

Und die werden dringend benötigt. „100 000 Euro kostet allein die Sanierung des baufälligen Mausoleums. Der Innenraum der Kirche braucht neue Farbe, was aufgrund von Denkmalschutzauflagen ebenfalls kostspielig werden wird – der Turm muss laut Gutachten ganz besonders dringend saniert werden“, so die Groß-Behnitzerin. Der erste Antrag auf Fördermittel aus dem Leader-Programm, den der Gemeindekirchenrat gestellt hat, wurde jedoch abgelehnt. „Ein überzeugendes Konzept fehlte uns, daran arbeiten wir derzeit und bekommen dabei jede Menge Hilfe von anderen Kirchbau- und Fördervereinen – unter anderem aus Pessin – sowie dem Gemeindekirchenrat, dem Kirchenkreis und dem Kirchbauamt. Mit deren Erfahrungen sollte es beim nächsten Mal klappen“, sagt Angela Raband. Ohne die Leader-Mittel, die maximal Dreiviertel der Investitionen decken, ist an eine Sanierung des Gotteshauses nicht zu schaffen. Schon der Eigenanteil der nur 150-köpfigen Kirchengemeinde nicht mal eben zu stemmen. „Die Konzerte sind natürlich wichtig, um das Dorfleben zu bereichern. Auf der anderen Seite erhoffen wir uns auch Spenden für den Erhalt der Kirche. Jeder packt ehrenamtlich mit an, um das Geld zusammenzubekommen“, so Raband.

15 Mitglieder

Insgesamt 15 Mitglieder sind derzeit in dem Groß-Behnitzer Förderverein aktiv. „Wir sind nicht unbedingt alle Kirchenmitglieder, möchten uns aber trotzdem für den Erhalt des Gebäudes und die Gemeinschaft im Dorf einsetzen. Wir planen einige Veranstaltungen auch in Zusammenarbeit mit anderen Groß-Behnitzer Vereinen, wie dem Heimatverein“, sagt Regina Kretschmer. „Ein wichtiger Bestandteil unseres Nutzungskonzeptes wird neben dem Erhalt und der Verschönerung der Kirche, des Mausoleums und des Friedhofs auch die bessere Nutzung des Pfarrgartens sein. Hier könnten Sitzmöglichkeiten, ein Bewegungspark oder auch ein Spielplatz entstehen“, so Raband. Allzu pflegeintensiv dürfte das Areal jedoch nicht sein – das könne weder der Gemeindekirchenrat noch der Förderverein leisten.



Das Borsig-Mausoleum

2003 begann die Sanierung der Mauereinfassung des Mausoleums. Bei einem Sturm fiel jedoch ein Baum auf das erneuerte Bauwerk. Die Reparaturkosten übernahm die Versicherung.
2006 tauchten die ersten Risse im Mauerwerk auf. Der Architekt hatte einen Fehler gemacht. Die Untere Denkmalbehörde forderte die Kirchengemeinde zum Sanieren auf. Weil die kein Geld hatte, landete die Angelegenheit vor dem Verwaltungsgericht in Potsdam und endete 2013 mit der umgesetzten Notvariante und den stützenden Balken.


Auch ein Pilgerweg von Ribbeck nach Groß Behnitz ist geplant. Auf dem rund sechs Kilometer langen Abschnitt soll der Pilger an fünf Stationen seine Sinne austesten. Außerdem sei die Groß-Behnitzer Kirche eine Hochzeitskirche, die mehrmals im Jahr für kirchliche Trauungen genutzt werde. „Ich denke, dass sich auch die Paare über ein frisches Aussehen freuen würden“, sagt Angela Raband.

Gerade das Mausoleum gibt seit rund drei Jahren ein trauriges Bild ab. Nach einem Sanierungsfehler ähnelt die Grabstätte der von Borsigs einer Dauerbaustelle – stützende Holzbalken, abgeplatzter Putz und notdürftig reparierte Risse sollen schnellstmöglich beseitigt werden.

Von Laura Sander

Märkische Allgemeine vom 30. Dezember 2016

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