Ralf Kraya

Dorfkirche erstrahlt neu

Schönwalde (MOZ) Am dritten Adventssonntag luden Pfarrer Jörg Berchner und die evangelische Kirchengemeinde Schönwalde nach vielen Jahren Bauzeit um 14 Uhr zu einem Gottesdienst in die in neuer Schönheit erstrahlende Dorfkirche ein.

Nach 14 Jahre als Pfarrer in Schönwalde kündigt Jörg Berchner eine Ortsveränderung an. Ihn zieht es in die Hauptstadt.
© Ralf Kraya

Die Schönwalder waren der Einladung trotz des ungemütlichen Wetters in großer Zahl gefolgt und so füllte sich die Kirche bis zum Beginn des Gottesdienstes fast bis auf den letzten Platz. Die Besucher sitzen in dem freundlich-hell gestalteten Innenraum auf beheizten Bänken.

Erbaut wurde die Kirche in den Jahren 1843/44 im Stil der "Schinkel-Schule". Der Bau eines hölzernen Turmes für zwei Gußstahlglocken erfolgte im Jahr 1874. 1885 konnte eine hochwertige Orgel der Firma Sauer aus Frankfurt/Oder angeschafft werden. Diese wurde nach Kriegsbeschädigungen 1955 umgebaut.

In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Berchner daran, dass die Kirche nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges schon einmal im Advent 1963 eine Wiedereinweihung erfuhr. Im Gemeindehaus sind Bilder ausgestellt, die die Zerstörungen und den Zustand in den Nachkriegsjahren zeigen.

Einen großen Anteil am Umbau der Kirche hat der Förderverein Dorfkirche Schönwalde, der im Jahre 2000 gegründet wurde. Zweck des Vereins war es anfangs, hauptsächlich Spendenmittel zu akquirieren.

Das vorhandene Eigenkapital und die ehrenamtlichen Initiativen der Schönwalder Bürger waren ausschlaggebend für die Bereitstellung von Fördermitteln aus verschiedenen Quellen, sodass eine umfassende Sanierung des jahrhundertealten Kirchengebäudes gelang - begonnen mit der Reparatur des Daches, fortgeführt mit der Außenbemalung, Neugestaltung der Innendecke mit modernem Beleuchtungskonzept, der Erneuerung des Fußbodens, Umgestaltung der Kirchenbänke, den Innenmalerarbeiten.

Am Ende des Gottesdienstes bekam die Architektin der Rekonstruktion, Frau A. Seemann, die Gelegenheit, ihr Arbeitskonzept zur Gestaltung eines modernen, hellen und schlichten Gotteshauses unter Nutzung des Schinkelschen Erbes darzustellen und den beteiligten Bau- und Handwerksfirmen zu danken.

Pfarrer Berchner überreichte ihr als Dank der Gemeinde einen Blumenstrauß und bat anschließend alle in den 16 Jahren tätigen ehrenamtlichen Gemeinderatsmitglieder nach vorn, um ihnen für den unermüdliche n Einsatz Dank zu sagen.

Im Verlauf der Umbauarbeiten beschäftigte sich die Kirchengemeinde in zunehmendem Maße mit einem anderen Anliegen - nämlich das Gotteshaus mit Leben zu erfüllen. Es wurden Musikveranstaltungen organisiert. Mittlerweile kann der Ort schon auf das elfte Schönwalder Musikfest verweisen. Eine an den Verein angeschlossene Theatergruppe spielte und spielt Stücke aus Schönwaldes Geschichte, der Verein "Theater in der Kirche" gastierte dreimal vor ausverkauften Haus. Ausstellungen mit Werken Schönwalder Künstler sorgten für große Beachtung in der Region, der Förderverein gab drei Bücher mit Episoden aus Schönwaldes Historie heraus.

Mit der Wiederinbetriebnahme der Kirche vollendet Pfarrer Berchner zugleich Anfang Januar 2017 seinen 14 jährigen aufopferungsvollen Dienst als Seelsorger der Kirchengemeinden Schönwalde und Schönerlinde. Nach Ende des Gottesdienstes gab es eine Einladung zu Kaffee und Kuchen in das Gemeindehaus.

Märkische Onlinezeitung vom 13. Dezember 2016

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