Kirchenruine wird zum Hingucker

Bauarbeiten am Heinsdorfer Gotteshaus vor dem Abschluss / Verein sammelt Spenden

HEINSDORF Die Sanierung der Heinsdorfer Kirchenruine geht in den Endspurt. 2017 sollen der überdachte Teil des Kirchenschiffes mit Holzfußboden, Treppe und Bühne weiter ausgestaltet sowie die Mauerreste im nicht genutzten hinteren Schiff gesichert werden. Dafür will der Förderverein noch 9000 Euro Spenden sammeln.

Vereinsvorsitzender Günter Ukro bei Weihnachtsvorbereitungen in der sanierten Ruine, in der auch die Kultur ihren festen Platz hat.
Foto: be

Durch die verglaste Giebelfront scheint die Wintersonne herein. Wer drinnen auf einer Kirchenbank Platz nimmt, hat den Blick frei auf eine vom Raureif bezuckerte Landschaft. Günter Ukro, Vorsitzender des Fördervereins zur Kirchensanierung, zeigt Gästen gern das außergewöhnliche Gotteshaus. Tafeln im Eingangsbereich erzählen vom langen Weg, den die Heinsdorfer am Bau bewältigt haben.

Als sich der Verein 2007 mit 23 Mitgliedern gründete, waren von der Kirche nur noch marode Reste des Turmes zu sehen. Die zu DDR-Zeiten bis auf 2,50 Meter abgetragenen Wände des Kirchenschiffes lagen unter Schutt begraben. Doch die Sehnsucht, ihre Glocken wieder zu hören, habe die Leute beflügelt, erinnert sich Günter Ukro.

Mit Fördergeld, vielen Spenden und Helfern wurden seit 2008 der Turm saniert sowie in einem Teil des Kirchenschiffes die Wandreste gesichert und mit einem Tonnendach aus Holz geschützt. Der Giebel und ein Lichtband zwischen Dach und Mauern wurden verglast. Die Innenwände erhielten einen geschlemmten Wandputz. Rund 210 000 Euro sind Günter Ukro zufolge bereits in das Projekt geflossen, das im nächsten Jahr vollendet werden soll.

Im vorderen Teil des früheren Kirchenschiffs ist der neue Raum entstanden. Der hintere Teil blieb offen und muss noch gesichert werden..
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In der Kirche treffen sich wieder Christen zu Gottesdiensten. Zudem finden Konzerte, Ausstellungen und Lesungen in dem besonderen Ambiente statt. Geplant ist, links und rechts des Mittelganges einen Holzfußboden aufzubringen. Für größere Konzerte oder Theater plant der Verein eine Open-Air-Bühne auf dem Teil des Kirchenschiffes, der außerhalb des neu gestalteten Raumes liegt. Stufen sollen von der Bühne in den Innenraum führen, dessen Glasfront sich öffnen lässt, erklärt Günter Ukro.

Arbeit wartet zudem in jener guten Hälfte des Kirchenschiffes, die nicht überdacht wurde. Auch dort müssen die Mauerreste gesichert werden. Die Gesamtkosten für diese letzte Bauetappe beziffert Günter Ukro auf 23 000 Euro. Davon sind 14 000 Euro angespart, für weitere 9 000 Euro muss der Verein noch Geldgeber finden. Es läuft ein Antrag bei einer privaten Stiftung. Darüber hinaus sei jede weitere Hilfe willkommen, sagt der Vorsitzende und ist optimistisch, denn die gesicherte Ruine, die von Frühjahr bis Herbst täglich geöffnet ist, hat übers Dorf hinaus ihre Fans.

Bus-Reisegruppen machen hier ebenso Station wie Radler auf der Fläming-Skate, erzählt Günter Ukro. Auf Wunsch übernehmen Vereinsmitglieder Führungen. Zudem will der Verein wie schon in diesem Jahr erneut attraktive Kultur ins Gotteshaus holen, beispielsweise ein Konzert im Brandenburger Dorfkirchensommer, einen Filmabend und einen Vortrag zum Lutherjahr. Der Veranstaltungskalender 2017 sei in Arbeit, so der Vereinschef. Wer die Kirchenruine im Weihnachtsglanz erleben will, hat dazu beim Gottesdienst am Heiligen Abend um 16.30 Uhr Gelegenheit.

Nähere Infos zum Verein, zur Kirche und zu Spendenmöglichkeiten gibt es im Internet unter www.heinsdorfer-kirche.de

Carmen Berg

Lausitzer Rundschau vom 07. Dezember 2016

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