Brielow erstrahlt

Kirchturm zeigt sich im besten Licht

Der Brielower Kirchturm präsentiert sich erstmals in der Adventszeit im besten Licht. Der Förderverein sorgte für die Installation eines Flutlichtstrahlers. Der LED-Scheinwerfer leuchtet die Südfassade des 1769 errichteten Turms in Richtung Brandenburg aus. Doch für 2017 steht eine weitaus größere Aufgabe an.

Wenn in der Adventszeit die Dunkelheit einbricht, strahlt ein Scheinwerfer den Turm der Brielower Kirche an.
Quelle: Frank Bürstenbinder

Brielow. Wie ein Sahnhäubchen setzt der helle Lichtstrahl den Turm der Brielower Kirche in Szene. Alle haben es noch gar nicht mitbekommen: Mit dem Beginn der Adventszeit leuchtet das Gotteshaus den Autofahrern schon weit vor dem Dorf heim. Ein Flutlichtstrahler mit zwei 56 Watt starken LED-Lampen bringt gezielt die Südseite des Kirchturms in Richtung Brandenburg zum Leuchten. Mit der neuesten Anschaffung folgt der Förderverein dem Vorbild zahlreicher anderer Kirchen, deren Fassaden sich schon längst im besten Licht zeigen.

„Für uns stand zunächst die Bewahrung der Kirche vor dem Verfall im Mittelpunkt. Jetzt sind alle großen Sanierungsabschnitte abgeschlossen. Nun soll sich das Bauwerk auch im Dunkeln sehen lassen“, sagte Elisabeth Elsner, Ortsvorsteherin und Vorsitzende des Brielower Kirchenfördervereins, der MAZ. Keine ganz so leichte Aufgabe für Elektromeister Martin Wetzel. Mehrere Probeausleuchtungen waren nötig, um einen optimalen Standort für den vier Meter hohen Lichtmast zu finden. Der am Mastende montierte Scheinwerfer setzt den Akzent auf das obere Drittel des 1769 errichteten Turms, der 2008 restauriert wurde.



Wettlauf gegen den Hausschwamm

Viel Zeit fehlte nicht mehr und der Hausschwamm hätte den Kampf gegen die 1873 errichtete Dorfkirche gewonnen. Am Ende konnte der eigens gegründete Kirchenförderverein das Gotteshaus vor dem drohenden Verfall bewahren.
Mit dem Freilegen des Mauerwerks vom Efeu fing 2008 die Rettung der Kirche an. Inzwischen wurden rund 300 000 Euro für die Sanierung ausgegeben. Darunter Fördergeld des Bundes. Der Turm ist restauriert, es gab ein neues Dach mit Schiefereindeckung samt sanierter Balkenkonstruktion. Erneuert wurde der Innenanstrich. Neue Lampen gibt es auch.
Die Brielower Kirche aus roten Klinkern wurde in der Tradition der Schinkel-Schule errichtet. Ältester Teil ist der barocke Turm. Eine Modernisierung der Kirche erfolgte auch in den 1970er-Jahren.


Eine vollständige Anstrahlung des Kirchenschiffes wäre unsinnig gewesen. Denn der Brielower Kirchenbau steht auf dem dicht bewachsenen Friedhof abseits der Hauptstraße. Die Nordfassade grenzt zudem an die berühmte Schwedenlinde. Zusammen mit dem dicksten Baum der Mark bildet die Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Kirche ein einzigartiges aber von der Straße schwer einsehbares Ensemble. „Wir haben es deshalb beim Turm belassen“, so Vereinsvorsitzende Elsner.

Sie freut sich über eine Spende der Brandenburger Rotarier, die sich mit 600 Euro maßgeblich an der Installations beteiligt haben. Außerdem floss der Erlös eines rotarischen Weihnachtsgottesdienstes aus dem vergangenen Jahr in das Lichtprojekt, in das der Kirchenförderverein insgesamt rund 1400 Euro investierte. In Absprache mit dem Gemeindekirchenrat Brielow-Radewege soll der Strahler bis Mariä Lichtmess in Betrieb bleiben. Das ist der 2. Februar, der in der Kirche für das Ende der Weihnachtszeit steht.

Die Brielower Kirche mit der Schwedenlinde am Tage.
Quelle: Frank Bürstenbinder

Zu den Herausforderungen im kommenden Jahr gehört für den Förderverein eine Restaurierung der Apsis. Dafür werden etwa 20 000 Euro veranschlagt. 6000 Euro bringt der Förderverein an Eigengeld auf. Die Kirchengemeinde beteiligt sich mit 7000 Euro. Entscheidend ist jedoch ein Fördermittelantrag an die Untere Denkmalpflege über 7500 Euro. „Nur mit einem Zuschuss wird sich das Vorhaben realisieren lassen“, so Rainer Britzmann. Der Beetzsee-Bürgermeister ist Mitbegründer des Kirchenfördervereins und dessen stellvertretender Vorsitzender. Für Britzmann ist die weitgehende Wiederherstellung der Apsis die zentrale Aufgabe der Freunde der Brielower Kirche. „Deshalb hält sich der Verein zunächst mit weiteren Kulturveranstaltungen zurück. Erstens müssen wir das Geld zusammenhalten und zweitens wollen wir kein Konzert auf einer Baustelle durchführen“, so Britzmann.

Zukunftsmusik bleibt der Einbau einer Kirchturmuhr. Das ausgelagerte Original war 2008 während der Turmsanierung gestohlen worden. Ziffernblatt und Uhrwerk tauchten nie wieder auf. Brielow hat eine der letzten Kirchen in denen noch mit der Hand geläutet wird. Der Umbau auf eine elektrisches Läutwerk gehört ebenfalls zu den fernen Zielen des Fördervereins. Insgesamt wurden bislang rund 300 000 Euro in die Sanierung der Kirche investiert. Die Hilfe kam gerade noch rechtzeitig. Holzschutzgutachter hatten bereits vor einem drohenden Deckeneinsturz gewarnt.

Von Frank Bürstenbinder

Märkische Allgemeine vom 06. Dezember 2016

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