Blankensee

Altes Holztafelbild für die Kirche restauriert

Der Berliner Restaurator Martin Ottma hat ein viele hundert Jahre altes Bildnis von Cuno von Thümen und seiner Frau Anna von Schlabrendorf aus der Dorfkirche Blankensee restauriert. Mehr als ein Jahr arbeitete er unentgeltlich für die Gemeinde an dem Holztafelbild und entdeckte so manche Feinheit.

Der Restaurator Martin Ottma überreicht Hella Strüber das fertige Holztafelbild, auf dem sich Cuno von Thümen und seine verstorbene Frau Anna Schlabrendorf befinden.
Quelle: Margrit Hahn
 
Dorfkirche Blankensee.
Quelle: Julian Stähle
 
Martin Ottma restaurierte bereit vor drei Jahren das Altarbild er Kirche.
Quelle: Margrit Hahn

Blankensee. Wer das Bild ursprünglich gemalt hat, weiß niemand. Fest steht, dass das Werk in der Blankenseer Kirche in den vergangenen Jahrhunderten mehrmals übermalt worden ist und jetzt durch Restaurator Martin Ottma wieder in seinen Ursprung versetzt wurde.

Adlige aus dem 16. Jahrhundert

Das Bild zeigt Anna von Schlabrendorf, eine Adligen aus dem 16.?Jahrhundert mit ihrem Mann Cuno von Thümen und zwei Kindern. Vermutlich ließ er das Bild ihr zum Gedenken malen. Anna von Schlabrendorf starb 1567 bei der Geburt einer Tochter. Das kleine Ölbild mit einem Gedicht sowie ein Grabstein in der Blankenseer Kirche erinnern an das traurige Ereignis. Selbst Theodor Fontane erwähnt in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg den Grabstein in Blankensee. Allerdings schrieb er: „Als ihm eine Tochter sie gebar, zählte sie siebenundsechzig Jahr.“

„Hier irrte Fontane. Sie starb 1567“, sagt Hella Strüber, Mitglied im Gemeindekirchenrat. Wie alt Anna genau wurde, lässt sich nicht sagen. Ihr Geburtsjahr wird um 1543 vermutet. Cuno von Thümen soll nach ihr noch zwei Ehefrauen gehabt haben.

Pfarrer übermalte das Bild 1949

Das Bild, dass bisher am Eingang der Blankenseer Dorfkirche hing, muss 1949 vom damalige Pfarrer Peters schon einmal notdürftig übermalt worden sein. Zumindest stehen sein Name und die Jahreszahl auf der Rückseite. „Natürlich lässt es sich am Original besser arbeiten“, sagt Martin Ottma, der das Bild im Oktober 2015 mit in seine Werkstatt nach Berlin nahm.

Er brauchte lange, um das Bild wieder halbwegs in den alten Zustand zu bekommen. So war anfangs nur ein schwarzer Klumpen auf von Thümens Kopf zu sehen. Erst als der Restaurator die Übermalungen vorsichtig entfernte, kam ein Hut zum Vorschein. Auch die Feinheiten am Gewand von Anna von Schlabrendorf mussten sehr detailliert nachgearbeitet werden. „Sie trug hochwertige Kleidung. Sie war ja kein einfaches Bauernmädchen, sondern eine Adlige“, so Ottma.

Erst Insektizid, dann Reparaturpaste

Am schwierigsten seien die Randpartien gewesen. Denn die Holztafeln, auf denen sich das Motiv befindet, waren von Holzwürmern zerfressen. Dementsprechend mussten die Ränder erst mit Insektizid eingesprüht und die etwa fünf Zentimeter breiten Partien mit Füllmasse bearbeitet werden. Erst dann konnte sich Martin Ottma mit den Farbschichten befassen. Er hat die Stunden nicht gezählt, die er an dieser Arbeit gesessen hat. „Aber einige hundert waren es mit Sicherheit“, so der 66-Jährige.

Auf dem Bild ganz rechts in der Ecke entdeckte er Buchstaben. Allerdings lässt sich daraus nicht schlussfolgern, wer der Maler gewesen sein könnte. Auch wüsste er gern, warum Anna von Schlabrendorf ein Tuch vor dem Gesicht trug und mit dem Finger auf eines der Kinder zeigt.

In Blankensee sind alle froh darüber, dass Martin Ottma ein weiteres Bild kostenlos restauriert hat. „Ich würde mich freuen, wenn ich bei weiteren Arbeiten wenigstens einen Teil vergütet bekäme“, sagte er abschließend.

Von Margrit Hahn

Märkische Allgemeine vom 01. Dezember 2016

   Zur Artikelübersicht