Josephin Hartwig

Schönheitskur für die Klosterkirche Altfriedland

Altfriedland (MOZ) Seit sechs Jahren setzt sich der Förderverein Klosterkirche Altfriedland für den Erhalt und die Sanierung des Gebäudes ein. Nun nimmt das Vorhaben, auch durch den posthumen Wunsch einer Einwohnerin, immer mehr Form an.

Aushängeschild für den traditionsreichen Ort: Der Förderverein der Klosterkirche Altfriedland sammelt Geld und beantragt Fördermittel, um das Gotteshaus zu sanieren. Auch die Zuwegung zur Gaststätte Klosterschänke soll verlegt werden.
© MOZ

"Jetzt kann es endlich losgehen", sagt Altfriedlands Ortsvorsteher Dieter Arndt, der von der großen Spendenbereitschaft einiger Einwohner überwältigt ist. Allen voran Dorothea Blache. Die im September verstorbene Organistin hatte verfügt, dass statt Blumen zu ihrer Trauerfeier eine Spende für die Restaurierung der Kirche in Altfriedland gemacht werden sollte. Dadurch sind über 3000 Euro zusammen gekommen. Mehr als 200 Menschen hatten an der Trauerfeier für die beliebte Altfriedländerin teilgenommen, die überraschend gestorben war.

"Die Vorplanung zur Restaurierung hat bereits ein Ingenieurbüro übernommen", erklärt Carl-August von Oppen, der Vorsitzende des Fördervereins. Erste Kostenvoranschläge hätten eine Gesamtsumme von etwa einer Million Euro ergeben.

"Das klingt natürlich erst einmal sehr viel, aber die Restaurierung wird sich in drei Bauabschnitte aufteilen, die nach und nach, wenn alles klappt, alle zwei Jahre realisiert werden könnten", schätzt Pfarrer Arno Leye ein.

Als erstes stehe das Dach der Kirche auf dem Plan. Ziegel müssten teilweise erneuert und der Dachstuhl saniert werden. Feuchtigkeit im Gemäuer stellt dabei ein großes Problem dar. "Vor der Trockenlegung des Kirchenschiffes muss die Zuwegung zur Klosterschänke verlegt werden", sagt Carl-August von Oppen. Dazu sei der Planer im Gespräch mit dem Bauamt Neuhardenberg. "Mit dem Amt gemeinsam wird eine Lösung gesucht, den Weg zu gestalten." Für den neuen Weg und um zu vermeiden, das künftig Wasser in die Senke zur Kirchenmauer fließen kann, muss das Erdreich abgesenkt werden.

Die Klosterkirche wurde um 1270 als Feldsteinkirche als Gotteshaus der Zisterzienser gebaut. "Historisch ist das Gebäude sehr bedeutsam, auch über die Grenzen Altfriedlands hinaus", sagt Arno Leye. Besonders sei, das die Jahrhunderte, die die Kirche überlebt habe, auch erkennbar sind. "Man kann dort genau sehen, was die Zerstörung durch den Krieg für Folgen hatte oder auch, was den Menschen vor 300 Jahren wichtig war und in was sie investierten", erklärt Leye. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei die Kirche geplündert worden. Heute stehe der Altar von damals in der Kirche in Altbarnim. "Die Restaurierung ist wichtig, um die Kirche zu erhalten. Allein im vergangenen Jahr hatten wir fünf Taufen, Oster- und Erntedankfest, Weihnachtsandacht mit Krippenspiel und zahlreiche Gottesdienste", sagte der Pfarrer. Etwa 140 evangelische Christen würden in Altfriedland leben. Natürlich komme nicht jeder auch immer zu den etwa einmal im Monat statt findenen Gottesdiensten, dennoch seien im vergangenen Jahr insgesamt etwa 1500 Menschen bei den Gottesdiensten gewesen.

2016 konnte bereits die Orgel repariert werden. Der Förderverein habe bereits durch Spenden einiges sanieren können, weiß Arno Leye. "Mit der Landeskirche finden Gespräche zu Fördermitteln statt. So hoffen wir im Zusammenwirken von Förderverein und der Kirchengemeinde, die Restaurierung finanzieren zu können." Dorothea Blaches posthumer Wunsch hat nun einen großen Beitrag zur Realisierung des Bauprojekts bewirkt. Ihr Engagement für ihr Heimatdorf ist auch nach ihrem Tod beispielhaft geblieben.

Märkische Onlinezeitung vom 03. November 2016

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