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Buckower Förderverein steckt sich weitere Ziele

Buckow (MOZ) Mit dem Konzert der Sängerin Nina Omilian ging am letzten Sonntag die diesjährige Saison des Buckower Wallfahrtsommers zu Ende. Doch der 2009 gegründete Förderverein der früheren Wallfahrtskirche mit seinen 25 Mitgliedern hat sich bereits die Ziele für das Jahr 2017 gesteckt.

Drei Fördervereinsakteure (v.li.): Henry Kilian, Ralf Albrecht und Michael Omilian vor der früheren Wallfahrtskirche in Buckow.
© weber

"Wir planen bereits die Kulturveranstaltungen des Wallfahrtsommers 2017", so Michael Omilian. "Höhepunkt ist ein für September geplantes Open-Air-Konzert." Aber auch die Erforschung des historischen Bauwerks im Märkisch-Luch-Dorf geht weiter. Das 1161 erstmals urkundliche erwähnte Buckow gehörte früher zum Domstiftsgut Brandenburg/Havel. Der heutige Kirchenbau wurde im Jahr 1475 eingeweiht. Der Vorgängerbau hatte zum Ende des 14. Jahrhunderts die erstmals 1344 erwähnte Kirche ersetzt. In einem Dokument der Vatikanischen Bibliothek aus dem Jahr 1401 ist Buckow als einer von sieben Wallfahrtsorten in der Mark Brandenburg genannt.

"Die Wunderblutwallfahrt, wie auch in Bad Wilsnack, ist historisch belegt. Aber bis heute können wir nicht sagen, wie das Pilgerzeichen für Buckow aussah. Da die älteste erhaltene Glocke aus der Zeit vom Anfang des 17. Jahrhunderts stammt, ist auch da kein Pilgerzeichen mehr erhalten. Wiederholt wird Buckow auch mit einem Wunderbrunnen in Verbindung gebracht. Durch eine Tiefenbohrung des Denkmalschutzes im Kircheninneren konnte dessen Existenz dort ausgeschlossen werden. So ist die Suche nach dem Wunderbrunnen noch immer unser Ziel", erzählt Henry Kilian, der Spezialist für die Baugeschichte im Verein. "Es gibt aber auch ganz greifbare Aufgaben. Noch bis zum Ende dieses Jahres wird die Elektrik in der Kirche modernisiert. Die veralteten Leitungen sind 40, 50 Jahre alt." Im nächsten Jahr steht auch die Wahl eines neuen Vorsitzenden für den Verein an. Gründungsvorsitzende Friederike Seim gibt ihr Amt auf.

Als anderes Ziel steht die weitere Erforschung der Ausmaße des ersten Kirchenbaus an, der sich östlich der Giebelwand erstreckte. Bei der bisherigen Recherche ist der Förderverein bereits auf neue historische Daten zur Kirche gestoßen.

Über die letzten Jahrzehnte berichtet Ortsvorsteher und Fördervereinsmitglied Ralf Albrecht: "Bis zum Jahr 1911 hatte Buckow einen eigenen Pfarrer. Danach wurde die Gemeinde durch die Pfarrei in Garlitz mitbetreut", erzählt er. "Auch zu DDR-Zeiten und nach 1989 fanden in der Kirche regelmäßig Gottesdienste statt, zuletzt zirka einmal im Monat."

Gemeinsam mit dem Förderverein eröffnet der zuständige Pfarrer der Evangelischen Reformationsgemeinde Westhavelland, seit vier Jahren Pfarrer Stefan Huth, jährlich den Wallfahrtsommer mit einem Festgottesdienst zu Christi Himmelfahrt. Für andere Gottesdienste wird die Wallfahrtskirche in Buckow nicht mehr genutzt. Regelmäßige Gottesdienste finden nur noch in 14 der 16 Dörfer statt, die die Reformationsgemeinde Westhavelland bilden. Weitere Informationen gibt es auf www.wallfahrtskirche-buckow.de.

Übrigens hat sich inzwischen auch für die dringend sanierungsbedürftige und aus baulichen Gründen gesperrte Kirche in Landin ein Förderverein gegründet. Infos dazu auf www.kirche.landin-havelland.de.

Märkische Onlinezeitung vom 15. Oktober 2016

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