Friedhelm Brennecke

Neues Dach für die Kirche in Germendorf

Germendorf (OGA) Planen bedecken die Bänke in der Dorfkirche. Gerüste lassen keinen Zweifel daran, dass Bauhandwerker im Inneren des Gotteshauses zur Zeit allein das Sagen haben. Am 30. Oktober soll wieder Gottesdienst nach Ende des zweiten Bauabschnitts gefeiert werden. Bis dahin ist noch jede Menge zu tun.

Neue Stabilität: Bauleiter Wolfram Schwelgin zeigt im Dachstuhl der Germendorfer Kirche auf sanierte Balken. Einige mussten komplett ausgetauscht werden, andere wurden nur von Schadstellen befreit, vielfach durfte die alte Konstruktion bleiben.
© MZV

"Nach der Turm-Sanierung im vorigen Jahr geht es 2016 um die Erneuerung des kompletten Daches", sagt Pfarrer Arndt Farack und ist ausgesprochen dankbar, "dass alle Handwerker bisher so emsig und sorgfältig gearbeitet haben, dass alles nach Plan verläuft". Deshalb hofft Farack - genau wie der Vorsitzende des Gemeindekirchenrats, Kay-Jürgen Reddig -, dass sich bis Ende Oktober auch noch viele Freiwillige finden, die bei der nötigen Grundreinigung der Kirche helfen, damit dem feierlichen Gottesdienst am 30. Oktober nichts mehr im Wege steht.

Allerdings ging es bei der Dachsanierung schon ans Eingemachte. Angefaulte Schwellen und von Holzschädlingen befallene Dachbalken haben eine größere Sanierung erfordert als ursprünglich geplant. "Wir mussten mehr Balken austauschen als wir zunächst angenommen haben", sagt Bauleiter Wolfram Schwelgin.

Wo es wegen der Statik nicht zwingend nötig war, wurde die alte Holzkonstruktion jedoch nur von Schadstellen befreit, ansonsten aber an Ort und Stelle belassen. Das gilt sogar für ein paar Balken, denen man die Spuren des letzten Kirchenbrandes aus dem 19. Jahrhundert noch ansieht. Im Zusammenhang mit den Zimmererarbeiten ist auch der innere und äußere Traufsims vollständig erneuert worden. "Die neu eingebauten Eichenschwellen lagern jetzt etwas luftiger und werden künftig besser mit Feuchtigkeit fertig, sollte sie doch noch mal auftreten", ist Wolfram Schwelgin sicher.

In der kommenden Woche rücken die Dachdecker an. Natürlich wird das Gotteshaus wieder mit Biberschwanz eingedeckt. "Da die Ziegel mit Mörtel eingebaut werden, hoffen wir auf trockenes, aber nicht so heißes Wetter wie gerade jetzt", sagt der Bauleiter. Sowohl Regen als auch große Hitze seien bei einer solchen Verlegung hinderlich.

Vollständig entfernt wurde die alte Decke im Inneren der Kirche, deren Bau aus dem Jahr 1739 stammt. Gegenwärtig schrauben Handwerker die neue Holzverschalung an, auf die anschließend Schilfrohr befestigt und danach zweilagiger Deckenputz angebracht wird.

Das Budget für den zweiten Bauabschnitt beläuft sich auf knapp 200 000 Euro. Die Mittel kommen unter anderem vom Kirchenkreis, dem Land, der Stadt und aus der Kirchengemeinde selber. "Spender, die für die Erneuerung der Germendorfer Kirche einen Beitrag leisten wollen, sind uns aber auch künftig immer willkommen", sagt Arndt Farack. Denn er und Kay-Jürgen Reddig befassen sich gedanklich jetzt schon mit dem dritten Bauabschnitt, der im kommenden Jahr ansteht.

"Dann wird die Fassade erneuert. 71 000 Euro sind dafür veranschlagt", sagt der Pfarrer. "Schlicht mit leichten Strukturen und ansprechend soll das Äußere werden", bringt es Bauleiter Schwelgin auf den Punkt. Auch einen vierten Bauabschnitt wird es danach geben müssen. Denn der Innenraum und die neue Decke sollen noch einen Farbanstrich erhalten. Wie der genau aussehen wird, darüber stehen allerdings die Abstimmungen noch aus.

Wer sich einen Überblick über die laufenden Arbeiten in der Kirche verschaffen will, der sollte den Familiengottesdienst zum Erntedankfest nicht verpassen, der schon diesen Sonntag, 18. September, um 15 Uhr in Germendorf auf der Wiese vor der Kirche stattfindet. "Das ist ein absolutes Novum", sagt Arndt Farack, der Interessenten anschließend persönlich über die Kirchenbaustelle führen wird.

Märkische Onlinezeitung vom 14. September 2016

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