Birte Förster

Eine neue Kirche für Altwriezen

Altwriezen (MOZ) Erste Schritte: Mit einer neuen Gedenktafel in Altwriezen wird nun an die Historie der ehemaligen Kirche erinnert. Geplant ist auf dem Platz ein neues Gotteshaus zu errichten. Anfangen möchte der Förderverein Kirche Altwriezen-Beauregard mit einem Turm.

Einsatz für eine neue Kirche: Die Mitglieder des Fördervereins Kirche Altwriezen-Beauregard, darunter die Vorsitzende Rosemarie Urban (vorne, dritte von rechts) und Architekt Axel Persiel (mitte) präsentieren die neue Gedenktafel in Altwriezen.
© MOZ/Birte Förster

Die Kirche war einst der Mittelpunkt des Dorfes Altwriezen. Von weitem war das Gebäude aus Fachwerk - zur damaligen Zeit ein verbreiteter Baustil im Oderbruch - mit seinem Glockenturm zu sehen. Ein echtes Wahrzeichen. Das ist längst Vergangenheit. Nachdem das Gotteshaus durch Sturmschäden stark beschädigt wurde, musste es mangels finanzieller Mittel für nötige Reparaturen im Jahre 1973 abgerissen werden. Seitdem dient ein etwas unscheinbares Gebäude auf dem Kirchplatz als Ersatz - die Kirchbaracke. Erhalten werden konnten nur die drei Glocken aus den Jahren 1814 und 1922. Heute hängen sie in einem so genannten Glockenschauer - einem Glockenturm - neben dem Ersatzbau.

Zur Erinnerung an die Geschichte, die mit dem Bau des Gebäudes zu Beginn des 17.Jahrhunderts begann, präsentierten die Mitglieder des Fördervereins Kirche Altwriezen-Beauregard am Freitag eine neue Gedenktafel, die auf dem Vorplatz errichtet wurde.

"Es ist für die Kinder und all diejenigen, die die Kirche nicht mehr kennenlernen konnten", sagt die Vereinsvorsitzende Rosemarie Urban. Neben einigen wichtigen Daten ist auf der Tafel auch ein altes Foto zu sehen. Es zeigt eine Kutsche, die ins Dorf fährt. In einiger Entfernung ist das stolze Bauwerk mit seinem Turm zu erkennen - ein malerisches Bild. Auch eine alte Postkarte mit Dorfansicht ziert die Gedenktafel. Das Zentrum bildet die Kirche.

Die Gedenktafel ist der erste Schritt eines größeren Projektes. "Unser Ziel ist es, eine Kirche zu bauen, beginnend mit dem Turm", so die Vereinsvorsitzende. Geplant sei, darin einen Ausstellungsraum zu errichten. Außerdem sollen die vorhandenen Gedenktafeln der gefallenen Gemeindemitglieder, derzeit im Freienwalder Oderlandmuseum ausgestellt, darin einen Platz bekommen. "Wir wollen die Kirche wieder ins Dorf holen." Schließlich bringe eine solche Einrichtung auch Leben und Kultur ins Dorf. Zu diesem Zweck wurde im vergangenen Jahr der Förderverein gegründet. Für das geplante Bauwerk sei der Verein aber noch auf Spenden angewiesen. "Wir hoffen auch auf öffentliche Mittel", so die Vereinsvorsitzende.

Nach 24-jähriger Bauzeit sei das Gotteshaus im Jahre 1630 fertiggestellt worden, erzählt Rosemarie Urban. "Erst 200 Jahre später hat die Kirche das Aussehen erhalten, das sie bis zum Abriss hatte." Dieses soll nun als grobe Vorlage für das geplante Bauprojekt dienen, mit dem der Altwriezener Architekt Axel Persiel beauftragt wurde. Ganz nach altem Vorbild könne es dennoch nicht wieder errichtet werden, so Persiel. Es gebe alte Fotos zur Orientierung, so der Architekt. "Aber es wird kein Wiederaufbau der alten Kirche sein. Es wird ein Fachwerkbau sein, um den historischen Bezug herzustellen."

Persiel hat bereits einen ersten Vorentwurf erstellt. Er selbst würde das Projekt realisieren, erzählt der freiberuflich tätige Architekt, der den Kirchplatz direkt vor seinem Haus hat, indem sich auch sein Büro befindet. "Daher habe ich auch Interesse daran, dass hier etwas Schönes entsteht", sagt der Altwriezener.

Vorerst geplant sei ein Turm mit Glocken. "Aber er wird nicht mehr so hoch wie der Alte", erklärt er. Mehr stehe bislang noch nicht fest. Langfristig sei aber geplant, wieder eine richtige Kirche zu errichten.

Der Förderverein Kirche Altwriezen-Beauregard ist auf Spenden angewiesen. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann spenden: Volks- und Raiffeisenbank Fürstenwalde Seelow Wriezen eG, Verwendungszweck: Kirche Altwriezen, BIC: GENODEF1FW1, IBAN: DE89170924040004340264

Märkische Onlinezeitung vom 12. Juli 2016

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