Annika Bischof

Altar in Tauche ist fertig

Tauche (MOZ) Der Kanzelaltar in Tauche erstrahlt wieder in verschiedenen Farben. Sechs Jahre lang hat Künstler Rostyslav Voronko historische Bilder unter dicken Deckschichten zutage gefördert. Damit sind jedoch noch nicht alle Geheimnisse in der Kirche gelüftet.

Historische Farben leuchten wieder: Pfarrer Kai-Uwe Folgner-Buchheister vor dem restaurierten Taufbecken und dem Altar. Beides hat der Künstler und Restaurator Rostyslav Voronko in langjähriger Arbeit fertiggestellt.
© MOZ/Jörn Tornow

Rund 40000Euro hat die Restauration des Kanzelaltars in der Kirche zu Tauche gekostet. Kirchengemeinde, Kirchenkreis und die Untere Denkmalschutzbehörde haben sich an den Kosten beteiligt, 15 000Euro kamen von der Landesdenkmalschutzbehörde. Nach sechs Jahren konnte er nun vom Beeskower Künstler und Restaurator Rostyslav Voronko fertiggestellt werden.

"Es gab keinen Bürger aus Tauche, der sich daran erinnern konnte, dass unter der Farbschicht einst Bilder waren", berichtet Pfarrer Kai-Uwe Folgner-Buchheister. Künstler Rostyslav Voronko vermutete jedoch schon 2010 beim ersten Anblick, dass sich hinter dem schlichten Antlitz des hölzernen Baus vielmehr befindet - und er behielt recht.

Schicht für Schicht legte er die historischen Bilder von Moses auf der linken Seite und Generalfeldmarschalls Hans Albrecht von Barfus auf der rechten Seite frei, entdeckte Farbreste aus dem 18.Jahrhundert, Bleistiftnotizen von Handwerkern und vor allem Einzelteile, die darauf schließen ließen, dass hierbei verschiedene Fragmente zusammengefügt wurden. "Die Rückwand stand ursprünglich in der Kirche in Kossenblatt", erzählt der Taucher Pfarrer. Auch die unterschiedlichen Zeichnungen deuten darauf hin, dass sie zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sein müssen. Während die Porträts der beiden Männer professionell anmuten, wirken die Bilder der vier Evangelisten auf der Kanzel eher naiv. Letzteres trifft auch auf das Taufbecken zu.

Damit aber nicht genug - es gibt noch weitere Geheimnisse, die sich künftig in der Taucher Kirche lüften ließen. Die Empore, auf der Besucher auf Höhe des restaurierten Altars Platz nehmen können, wurde in den 1980er-Jahren ebenfalls überstrichen. Hinter einem schlichten Blau vermutet Pfarrer Kai-Uwe Folgner-Buchheister eventuell noch weitere Fundstücke. "Einige Holzstücke hat Rostyslav Voronko bereits freigelegt, dahinter verbarg sich unter anderem ein mittelalterliches Bild", sagt er. Ob Holzfragmente ursprünglich aus Tauche stammen, ist derzeit noch nicht bekannt.

Vorerst liege der Fokus jedoch auf der Fertigstellung des Altars, dessen Einweihung am Sonntag um 14Uhr mit einem Gottesdienst offiziell begangen wird. Weitere Pläne konzentrieren sich vielmehr auf die Orgel, die nicht mehr spielbar ist, sowie Sanierungsarbeiten an der Kirche in Giesensdorf und Wulfersdorf sowie der Kirchenmauer in Kossenblatt.

Märkische Onlinezeitung vom 15. Juni 2016

   Zur Artikelübersicht