Bürger helfen ihrer Orgel

Ahlsdorfer "Königin" wird bei Voigts in Bad Liebenwerda restauriert

AHLSDORF Eine frohe Botschaft macht aus der Ahlsdorfer Kirche kommend die Runde: 70 Bürger haben mit ihren Patenschaften für die Orgelpfeifen mehr als 20 000 Euro gespendet. Damit ist der Eigenanteil der Gemeinde für den ersten Bauabschnitt zur Wiederherstellung des Instruments gesichert.

Im Orgelförderkreis hier Liese-Lotte Sturm, Harry Lademann, Dorit Zaffky und Hans Werner Unger (v.l.) herrscht große Freude: 70 Patenschaftsurkunden sind bisher ausgefertigt worden.
Foto: Gabi Zahn/gzn1

Wahrlich alle Register werden seit etwa eineinhalb Jahren gezogen, um die orgelklanglose Zeit in der Ahlsdorfer Barockkirche zu beenden. Ziel ist, das restaurierte Instrument im Herbst 2017 im Rahmen des Reformationsjubiläums erstmals klingen zu lassen. Die Chancen dafür stehen gut, denn die Idee, Patenschaften für die 500 Orgeltöne zu vergeben, hat im Ort, aber auch deutschlandweit große Resonanz gefunden. Im Orgelförderkreis, unterm Dach der Interessengemeinschaft "Kranichgrund" agierend, halten Dorit Zaffky, Hans Werner Unger, Dr. Martin Wehner, Harry Lademann, Liese-Lotte Sturm und Heidrun Globig die Daumen hoch: "Danke, danke, danke!" übermitteln sie allen Paten.

Ihr bürgerschaftliches Engagement ist ausschlaggebend dafür, dass die Landeskirche mit 25 000 Euro und der Kirchenkreis mit 16 300 Euro tief in die Taschen gegriffen haben, um die Finanzierung zu ermöglichen. Der Landkreis Elbe-Elster hat 2500 Euro beigesteuert, die Restsumme bis zum Gesamtbetrag von circa 80 000 Euro für den ersten Bauabschnitt wird durch ein Darlehen aufgebracht.

Der Gemeindekirchenrat des Kirchspiels Schönewalde hat jetzt den Auftrag an die Orgelbaufirma Voigt in Bad Liebenwerda vergeben. "Altmeister Voigt hat das Instrument vor einem halben Jahrhundert schon einmal restauriert", weiß Unger. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die damals barocke Orgel eine romantische Klangfarbe erhalten. Nachdem die Dorfkirche 2014 in voller barocker Pracht saniert werden konnte, soll die "Königin" künftig wieder in ihrer ursprünglichen Klangwelt spielen.

Im ersten Bauabschnitt wird die Orgel komplett demontiert, ihre Einzelteile werden größtenteils in der Bad Liebenwerdaer Werkstatt konserviert und restauriert. Zudem sind fehlende Teile im Sinne des Denkmalschutzes zu ergänzen. Die komplette Bespielbarkeit wird aber erst mit der Realisierung des zweiten Bauabschnitts erreicht. Dieser ist mit etwa 40 000 Euro veranschlagt. Pfarrer Volkmar Homa: "Wir hoffen auf einen Zuschuss von der Stiftung Orgelklang. Ein Antrag ist gestellt."

Jetzt kommt es darauf an, noch einmal um Patenschaften für die Orgelpfeifen zu werben, um die Eigenmittel für den zweiten Bauabschnitt aufzubringen. "Wenn uns das gelingt, stehen die Chancen gut, dass unsere Königin im Herbst 2017 in den Lobgesang zum Reformationsjubiläum einstimmen kann", so Dorit Zaffky. Immerhin gibt es reichlich Hinweise darauf, dass Luther vor 500 Jahren höchstpersönlich seine Lehren in der Ahlsdorfer Kirche verbreitet hat.



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Patenschaften für die Orgel werden entsprechend des ausgesuchten Tones und der damit verbundenen Pfeifengröße ab einer einmaligen Summe von 50 Euro angeboten. Je nach Wunsch wird der Name des Paten im Kirchturm dauerhaft auf einer Tafel vermerkt. Wer mehrere Töne erwerben will, kann einen eigenen Akkord oder eine Lieblingsmelodie auf der Orgel erhalten. Kontakt: www.kranichgrund.de
gzn1


Gabi Zahn / gzn1 gzn1

Lausitzer Rundschau vom 08. Juni 2016

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