Josephin Hartwig

Wulkower Förderverein stolz auf 20 Jahre

Wulkow b (MOZ) Trebnitz (MOZ) Vor 20 Jahren gründete sich der Förderverein zur Restaurierung der Kirche in Wulkow. Zum Jubiläum wird nicht nur eine Festveranstaltung auf der Wiese organisiert, sondern auch ein virtueller Rundgang durch die Kirche im Internet veröffentlicht.

Kirche Wulkow, 20 Jahre Förderverein, v.l.: Thomas Knoll, Irmgard und Manfred Busch, Robert Mayer
© MOZ

Erhaltenswert, mit viel Potenzial und einer tollen Atmosphäre. So würden die Mitglieder des Fördervereins zur Restaurierung der Kirche Wulkow wohl ihren Wirkungsort beschreiben.

Um 1990 schien das Schicksal der alten Kirche besiegelt.Die Abrissbirne klopfte schon an die alte, hölzerne Tür. Doch die Wulkower wollten das Gebäude unbedingt behalten. Deshalb gründete sich 1995 der Förderverein. "Eigentlich wollten wir schon im vergangenen Jahr feiern, aber zeitlich passte es nicht", erklärt der Vereinsvorsitzende Robert Mayer. Petra Schulz und Jürgen Jander hatten diese Position zuvor inne.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wulkow 1361. "Deshalb gehen wir davon aus, dass die Kirche im 14. Jahrhundert gebaut worden ist", sagt Irmgard Busch, die zusammen mit ihrem Mann Manfred eine kleine Chronik zusammengestellt hat. Die beiden sind Gründungsmitglieder und haben es sich seit nunmehr 20 Jahren zur Aufgabe gemacht, die Kirche immer attraktiver zu machen.

1874 habe es die ersten, verzeichneten Bauarbeiten gegeben. Der Turm im neugotischen Stil kam hinzu, die Kanzel und die Orgelempore wurden eingebaut. Durch Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg ist das Wulkower Wahrzeichen stark beschädigt worden. "Um 1951 sind die notwendigsten Reparaturen an der Nordwand getätigt und der Ostgiebel ist in Stand gesetzt worden", weiß Irmgard Busch.

 

Sponsoren der Sanierungsarbeiten in den 90er Jahren waren die Hoffmann Stiftung aus Hamburg, die Kirchengemeinde Neuhardenberg, der Kirchenkreis Oderland-Spree und der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Auch zahlreiche private Spender hatten Umbauarbeiten möglich gemacht. "Zu Beginn sind wir noch von Haus zu Haus gegangen und haben bei vielen nachgefragt", erinnert sich Irmgard Busch. Am Anfang zählten etwa 90 Mitglieder zum Förderverein, heute sind es noch 48. "Aber es kommen auch mal neue Mitglieder dazu", sagt Margot Krebs, Mitglied im Förderverein seit 1995. "Einige sind gestorben, manche weggezogen. Aber in den vergangenen Jahren hatten wir meist etwa 40 Mitglieder."

Heute finden in der "Hochzeitskirche" auch regelmäßig Trauungen statt. Zwischen 1982 und 1997 war das nicht möglich. Wichtiger Partner und Ausrichter von Hochzeiten ist dabei das Parkhotel Schloss Wulkow. "Als der Innenraum noch nicht saniert war, wurde viel mit Tüchern und Blumenschmuck gearbeitet", weiß Irmgard Busch.

Zum Reformationstag 1999 konnte das neue Dach eingeweiht werden, im Frühjahr 2000 folgte die Sanierung des Tonnengewölbes. Das Verputzen und die Bemalung des Kirchenschiffes, die Wiederherstellung der alten aufgemalten Verzierungen der Apsis, die Restaurierung der Kanzel und des Kirchturms zählen zu weiteren Höhepunkten in der Arbeit des Fördervereins. Im September 2014 ist eine neue Turmuhr, die seitdem zur vollen Stunde schlägt, eingebaut worden.

Thomas Knoll ist zwar kein alteingesessener Wulkower, fühlt sich dem Ort allerdings sehr verbunden. Deshalb hatte er eine, von dem Konzern Google zertifizierte Fotografin engagiert, die vor zwei Wochen einen virtuellen Rundgang in der Kirche machte. Über die Seite www.google.de/maps können Touristen sich nun vorab ein Bild von dem tollen Innenraum der Kirche machen.

"Die ganze Welt soll unsere schöne Kirche sehen", erklärt Thomas Knoll. Ein Tag im Frühling sei für den virtuellen Rundgang gewählt worden, weil auch das Parkhotel Schloss Wulkow im Hintergrund erkennbar sein sollte. "Geschäftsführerin Anja Breddin ist auch gleich auf den Zug aufgesprungen, sodass auch das Hotel schon bald bei Google zu sehen sein wird", so der Wulkower. Noch sei die Oderbruchregion im Internet ein weißes Blatt - das könne durch Aktionen wie diese geändert werden. Thomas Knoll, der schon die Seite www.mein-wulkow.de betrieben hatte, startet nun bei Google plus einen neuen Versuch, die Wulkower im Internet mit Fotos und Beiträgen zu vereinen.

Am Sonnabend wird es um 15 Uhr mit Pfarrer Thomas Krüger einen Gottesdienst in der Kirche geben. "Danach planen wir auf der Wiese daneben ein gemütliches Zusammensein bei Kaffee und Kuchen", sagt Robert Mayer. Er und andere Mitglieder des Fördervereins werden einen kurzen Rückblick über die vergangenen 20 Jahre und einen Ausblick für kommende Arbeiten geben. Denn geplant ist in den nächsten Jahren viel. Zum einen steht die Erneuerung des Fundaments und die Sanierung des Kirchenschiffs auf dem Plan. Dort würden sich deutliche "Alterserscheinungen" zeigen, erklärte Fördervereinsmitglied Irmgard Busch. Außerdem solle die sogenannte Winterkirche, der fordere Bereich im Innenraum, zurück geführt und eine faltbare Glas- und Flügeltür eingebaut werden. Aber dafür wird der Förderverein nicht nur noch Zeit, sondern auch das nötige Kleingeld brauchen. "Wir sind dankbar für die Unterstützer der vergangenen Jahre und hoffen sehr, dass in den kommenden Jahren noch mehr realisiert werden kann", sagt der Vereinsvorsitzende Robert Mayer.

Märkische Onlinezeitung vom 26. Mai 2016

   Zur Artikelübersicht