BENEFIZKONZERTE

Musikschulen öffnen Brandenburger Kirchen

Viermal wird die Musikschule Prignitz in Kirchen der Region spielen – Erlöse dienen der Sanierung

In der St. Jakobi-Kirche Perleberg musiziert am 25. September die Kreismusikschule.
Foto: Felix Alex

Eine Rekordbeteiligung verzeichnet das Brandenburger Programm „Musikschulen öffnen Kirchen“ im zehnten Jahr des Bestehens: 2016 finden nach Angaben des Verbandes der Musik- und Kunstschulen Brandenburgs und des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg 73 Benefizkonzerte von Musikschulen zu Gunsten der Sanierung von Kirchen statt.

So gibt es am Sonntag, 22. Mai, um 15 Uhr in der Persiuskirche Brügge ein Jubiläumskonzert. Die Kreismusikschule Prignitz spielt zum 150-jährigen Bestehen des Gotteshauses. Dabei werden Spenden gesammelt für die Innensanierung der Kirche. Am Samstag, den 4. Juni, um 16 Uhr musiziert ein gemischtes Ensemble der Kreismusikschule Prignitz unter der künstlerischen Leitung von Alexander Girsch in der Kirche Döllen für die Sanierung der Orgel.

Am Samstag, 11. Juni, treten um 16 Uhr in der Dorfkirche Rosenhagen Birgit Bockler (Sopran) und Hans Hendrik Wielgosz (Klavier) von der Musikschule Prignitz mit Liedern von Debussy, Fauré und Poulenc auf. Die Einnahmen kommen einem neuen Gemeinderaum zugute.

Am Sonntag, den 25. September, erklingt um 17 Uhr in der St. Jakobi-Kirche Perleberg ein Geburtstagskonzert mit Borodins unvollendete Sinfonie. Das sinfonische Orchester der Kreismusikschule Prignitz feiert mit dem Konzert das 20-jährige Bestehen. Der Erlös kommt der Orgelsanierung zugute.

„In vielen Gemeinden, gerade auch in kleineren Orten, werden Kirchenräume durch Konzerte belebt und der Öffentlichkeit in einem besonders schönen und festlichen Rahmen zugänglich gemacht“, sagte Brandenburgs Kultusministerin Martina Münch (SPD). Sie würdigte das hohe bürgerschaftliche Engagement und die enge Verbindung mit regionalen Partnern vor Ort, die bei „Musikschulen öffnen Kirchen“ sichtbar werde.

Demografische Entwicklung und schrumpfende Zahl der Kirchenmitglieder führten schon heute dazu, dass mancherorts nur alle vier bis sechs Wochen ein Gottesdienst stattfinde, beklagte der Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen, Bernd Janowski. Die Zahl der nicht mehr benötigten Kirchengebäude werde eher wachsen. „Wenn wir die Kirchen über diese Gottesdienste hinaus öffnen wollen, kann ich mir keine bessere Nutzungsart vorstellen, als dass Kinder darin musizieren.“

In Brandenburg gibt es etwa 1400 Dorf- und 300 Stadtkirchen. Bei den Benefizkonzerten des letzten Jahres sind insgesamt rund 150 000 Euro für die Sanierung der Kirchen erlöst worden.

Der Prignitzer vom 12. Mai 2016

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