Radler-Rast an der St. Bricciuskirche

Bärbel Kraemer

Bad Belzig (MZV) Ein zart grüner Hintergrund, der Umriss einer weißen Kirche und die schwarzen Konturen eines Radfahrers bilden das neue Logo, das seit Kurzem an der St. Bricciuskirche zu finden ist.

Thomas Kruse, der sich mit viele Mühen und Kraft für die Zertifizierung engagierte, mit dem Logo.
© MZV

Die Vermutung, dass mit dem Logo ein Hinweis für Radler verbunden ist, bestätigt Lydia Junghanß vom Förderverein Bonte-Friedheim-Lochow e.V.: "Unsere Bricciuskirche ist die erste eingetragene Radwegekirche im Kirchensprengel Rädigke-Bad Belzig".

Der Verein hat das in unmittelbarer Nachbarschaft zur Burg Eisenhardt und zum wettinischen Bauensemble der Burganlage gehörende Kirchlein vor gut einem Jahr in seine Obhut übernommen, müht sich seitdem um dessen Erhalt und versucht, dieselbe wieder mit Leben zu erfüllen (BRAWO berichtete).

Als Radwegekirchlein wird das alte Gemäuer mit besonderem Charme künftig vermutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als bisher. Die Chancen, dass gläubige Pedalritter St. Briccius auf einer Radtour quer durch das Land gezielt ansteuern, stehen nicht schlecht.

Am Gründonnerstag wurde das Logo ganz offiziell durch die Landeskirche verliehen. Noch ist es nur auf einem laminierten Papier vorhanden, demnächst wird es jedoch durch ein ordentliches Schild ersetzt.

Die Aufnahme in das Netz der Radwegekirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland haben die Bad Belziger Thomas Kruse zu verdanken. Er wohnt nicht weit von St. Briccius entfernt und engagiert sich wie Lydia Junghanß im Förderverein Bonte-Friedheim-Lochow e.V. "Er hat unermüdlich recherchiert und sich sehr darum bemüht", zollt Junghanß ihm Respekt und zählt die vielen Voraussetzungen auf, die für die Zertifizierung erfüllt sein müssen. Der Nachweis der unmittelbaren Nähe zum R1, die tägliche Öffnung der Kirche, ein für Radfahrer gastfreundliches Außengeländes, Übernachtungsmöglichkeiten, öffentliche Toiletten sowie eine Fahrradwerkstatt in der Nähe gehören unter anderem dazu.

450 Kirchen - auch katholische - sind mittlerweile deutschlandweit im Netz der Radwegekirchen aufgenommen. Dass St. Briccius jetzt dazu gehört, ist für Lydia Junghanß "ein Meilenstein". "Weil unsere Kirche weit und breit die Einzige ist", sagt sie. Während die zahlenmäßig meisten Radwegekirchen in Sachsen-Anhalt zu finden sind, gibt es im Land Brandenburg mit der Bricciuskirche nur zwei.

Die Mitglieder des Fördervereins Bonte-Friedheim-Lochow e.V. hoffen jetzt auf viele Radler aus nah und fern, die an ihrer Kirche eine Rast einlegen, um für kurze Zeit dort inne zu halten, nachfolgend womöglich noch die Burg erkunden, einen Abstecher in die Altstadt von Bad Belzig wagen, dort vielleicht das Orgelmuseum besuchen und hier und da natürlich auch einen Euro in den Geschäften der Stadt lassen. Radfahren macht schließlich hungrig und durstig und profitieren können - wenn landauf, landab von St. Briccius als Radwegekirche erzählt wird - von der Zertifizierung viele.

Weitere Informationen zum Netz der Radwegekirchen unter www.radwegekirchen.de

Märkische Onlinezeitung vom 08. April 2016

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