Sanierung nahezu abgeschlossen

Der Kantower Kirche fehlt eine Heizung

Äußerlich und inzwischen auch weitgehend im Inneren präsentiert sich die Kantower Kirche nach jahrelanger Sanierung als Schmuckstück – und als einziger Raum im Dorf, der sich für vielfältige Veranstaltungen eignen würde. Doch die fehlende Heizung schränkt die Nutzungsmöglichkeiten erheblich ein.

Ortsvorsteherin Franka Goldau (l.) und Vereinsvorsitzende Hannedore Reichert suchen Finanzierungsquellen.
Quelle: Alexander Beckmann

Kantow. Ganz so verschlafen, wie es auf den ersten Blick wirkt, ist Kantow gar nicht. Es tut sich was – zumindest in der Fachwerkkirche, die längst zum Schmuckstück des Dorfes geworden ist.

Seit zehn Jahren bemüht sich der Verein „Offene Kirche Kantow“ um die Sanierung des Hauses, dem die Zeit seit seiner Erbauung 1696 doch erheblich zugesetzt hatte. 2009 begannen die Arbeiten am Turm. Seit 2012 steht die Kirche zumindest äußerlich wieder gut da.

Aber gebaut wird noch immer. Aktuell entsteht im Raum unterm Turm eine Toilette. Auch eine kleine Teeküche ist fest eingeplant. „Wir hätten die schon im Herbst eingebaut“, sagt Vereinsvorsitzende Hannedore Reichert. „Aber das musste warten, weil durch die Fachwerkwand Wasser eingedrungen war.“ In den nächsten Wochen soll es nun auf jeden Fall etwas damit werden. Auch Kleinigkeiten wie das Vordach über dem Eingang oder die Dielung auf dem Dachboden sind in Vorbereitung.

Ein anderes Vorhaben macht den Kantowern viel größere Sorgen. Betritt man dieser Tage den freundlich gestalteten Kirchenraum, ist der erste Eindruck: „Holla! Hier ist es kälter als draußen.“ Um den Raum regelmäßig nutzen zu können, braucht er eine Heizung.

Die Kirche aus dem Jahre 1696 ist das Schmuckstück des Dorfes.
Quelle: Alexander Beckmann

Das sieht auch Ortsvorsteherin Franka Goldau so: „Wir haben ja hier in Kantow keinen Veranstaltungsraum mehr.“ Sie steht dem Dorf- und Heimatverein vor, der sich bemüht, im Ort ab und an etwas auf die Beine zu stellen: Osterfeuer, Sommerfest, Weihnachtsfeier und ähnliches. Mit dem Verein „Offene Kirche“ besteht eine enge Kooperation. „Wir hatten hier schon eine Sitzung der Fraktion Ländlicher Raum der Gemeindevertretung. Die haben auch gemerkt, wie kalt es ist“, berichtet Franka Goldau.

Als günstigste Lösung erscheint momentan eine Elektroheizung. Hannedore Reichert geht davon aus, dass dafür mindestens 7000 Euro nötig sein werden: „Wir brauchen jemanden, der das gut und billig macht.“

Denn die Finanzierung ist die größte Herausforderung. Die Kirchengemeinde in Lögow, Kirchenkreis, Landeskirche, Landkreis und Stiftungen haben über die Jahre viel Geld für Kantow lockergemacht. Aussicht auf noch mehr besteht kaum. „Wir hatten auf eine einmalige Zuwendung der Gemeinde Wusterhausen gehofft“, sagt Franka Goldau. Doch diese Hoffnung sei offenbar vergebens. „Wir fühlen uns hier in Kantow immer ein bisschen vernachlässigt“, ergänzt Hannedore Reichert.

Also müssen es die Kantower und ihre Unterstützer aus eigener Kraft schaffen. Private Spender hatten schon bei den bisherigen Arbeiten wichtige Beiträge geleistet. Auch bei Arbeitseinsätzen sind regelmäßig mehr Aktive dabei, als der Verein Mitglieder hat. Vielleicht, so eine weitere Idee, könnten auch Benefizveranstaltungen die Sache voranbringen. Noch gibt es in Kantow damit allerdings wenig Erfahrung. Zumindest in der warmen Jahreszeit würde sich die Kirche aber hervorragend für Kultur aller Art eignen.

Kontakt: Wer helfen oder die Kirche für Veranstaltungen nutzen möchte, findet unter www.loegow.homepage.t-online.de weitere Informationen.

Von Alexander Beckmann

Märkische Allgemeine vom 08. April 2016

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