Geldsegen für Wunderblutkirche

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Sanierungsarbeiten am Gotteshaus in Bad Wilsnack

Für die Sanierung der Wunderblutkirche gibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Geld.
Fotos: Bernd Settnik
 
Hingucker: Der mehrfarbig gestaltete Wunderblutschrein.

Die Wunderblutkirche St. Nikolai erhält in diesem Jahr finanzielle Unterstützung von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) aus Bonn.

Wie viel Geld nach Bad Wilsnack fließt, ist noch nicht klar. „Beantragt sind 20 000 Euro. Wie hoch die Summe letztendlich wird, hängt von den anderen Fördermittelgebern ab“, erklärte Ursula Schirmer, Sprecherin der DSD auf „Prignitzer“-Anfrage.

Außerdem müsse noch entschieden werden, welcher Bauabschnitt für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zur Finanzierung in Frage kommt. Denkbar sei die Sanierung der Westfassade und des Dachwerks, so Schirmer. „Die Gespräche laufen noch, so dass ich bisher nur Auskunft geben kann über den bei der Stiftung eingegangenen Antrag. Erst mit Vertragsabschluss stehen Maßnahmen und Summe endgültig fest“, betonte Schirmer. Bei Pfarrer Daniel Feldmann ist die Freude über den positiven Bescheid groß. „Wir sind mit unserem schlüssigen Gesamtkonzept zwar gut aufgestellt, aber sicher kann man sich natürlich nie sein, ob man Fördermittel bekommt“, sagte Feldmann gestern auf Redaktionsnachfrage. Laut Ursula Schirmer sind die Bedeutung des Objektes, die Dringlichkeit der Maßnahme und das Engagement vor Ort die wichtigsten Förderkriterien der DSD, die in Brandenburg insgesamt 20 Kirchen unterstützen wird. Die Nikolaikirche wird nicht zum ersten Mal von der DSD gefördert. Bereits in den Jahren 2002, 2007, 2009 und 2011 flossen zusammen rund 56 000 Euro in den Backsteinbau. „Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert gerade dort, wo ohne ihre Hilfe ein wichtiges Denkmal gefährdet wäre“, bekräftigte Ursula Schirmer den Grundgedanken des Programms.

Ein wichtiger Teil der Kirchensanierung in Bad Wilsnack ist neben dem Dach die Instandsetzung von neun Prunksärgen der protestantischen Patronatsfamilie von Saldern. Deren Angehörige nutzten die Kapelle wohl einst als Familiengruft.

Feldmann berichtete auch über die jüngste Geschichte der Särge. „In den 1950er Jahren wurde die Wunderblutkapelle freigeräumt. Seitdem befinden sich fünf Exemplare in einer Gruftanlage in Richtung Sakristei, vier wurden auf eine Empore gebracht.“ Für die Restaurierung müssen sie aus der Kirche geschafft werden. „Wohin sie kommen, hängt davon ab, welche Firma den Zuschlag für die Arbeiten bekommt“, so Feldmann.

Das Projekt „Sargsanierung“ ist kostspielig. 100 000 Euro sind laut Feldmann eingeplant. „Das beinhaltet aber auch die Erschließung eines Nebenraums, in dem die Särge später zeitweise ausgestellt werden sollen.“ 50 000 Euro steuert das Amt für Denkmalpflege bei, auch das Amt Bad Wilsnack/Weisen sowie Kirchengemeinde und Kirchenkreis geben Geld. Läuft alles nach Plan, soll noch in diesem Jahr mit den ersten Arbeiten begonnen werden. „Dann könnten wir kommendes Jahr fertig sein“, so Feldmann.

Der Prignitzer vom 22. März 2016

   Zur Artikelübersicht