Beliebtes Gotteshaus mit eigenem Chor

Die Kirche von Groß Breese wurde 1879 erbaut.
 
Das Wappen der Gemeinde.

Die Kirche in Groß Breese bildet zusammen mit dem Pfarr- und dem Schulzenhaus den Dorfkern. Das Gotteshaus wurde 1879 im Stil der Neoromanik erbaut. Heute werden hier neben Konfirmationen auch Hochzeiten gefeiert. „Dafür kommen Paare sogar von außerhalb. Ihnen gefällt die Architektur und die Ruhe abseits der Stadt. Unsere Kirche wurde ja umfassend saniert und kann sich wieder sehen lassen. Der Dachstuhl und der Turm wurden in Schuss gebracht, die Glockenaufhängung gerichtet“, erzählt Manfred Freimark, der seit 1968 zur Kirchengemeinde gehört. Damals zog der gebürtige Perleberger in das Dorf. Insgesamt mehr als 200 000 Euro hat die Sanierung gekostet. Beteiligt waren die Landeskirche, der Kirchenkreis und die Gemeinde – aber auch zahlreiche Spenden gingen ein.

Mit Stolz berichtet Manfred Freimark, dass die Gemeinde sogar noch über einen Posaunen- und einen Kirchenchor verfüge. „Das ist heute nicht selbstverständlich.“ Allerdings mangelt es den Sängern an Nachwuchs. „Wir waren mal 15 bis 20. Heute sind wir zu fünft. Ich bin der einzige Mann.“

Stolzes Einhorn im Wappen - Das identitätsstiftende Symbol darf seit 2012 verwendet werden

Ein Fabelwesen im Wappen: Leben die Menschen in der Gemeinde Breese, zu der auch Groß Breese gehört, in einer Fantasiewelt? Mitnichten! Das Tier ist dem Wappen der Uradelsfamilie von Retzdorf entlehnt, der vom 14. bis 18. Jahrhundert als Gutsherrschaft die Orte Groß und Klein Breese und die Kolonie Mittelbreese ganz oder anteilsweise gehörten.

Ebenfalls zu sehen ist eine rote Nadel mit einem durch das Öhr gesteckten, um die Nadel geschlungenen Faden. „Die Nadel ist Sinnbild für die 1903 in Wittenberge angesiedelte Nähmaschinenfabrik der Firma Singer“, heißt es im Gutachten des Brandenburgischen Landeshauptarchivs aus dem Jahr 2012. Die Behörde erteilte am 14. November 2012 ihre Erlaubnis, dass die Gemeinde mit ihren Ortsteilen das Wappen und eine entsprechende Flagge führen darf. Zahlreiche Mitarbeiter des Singer-Werkes ließen sich in Breese nieder.

Doch wie entstand die Idee für das Hoheitszeichen? „Wir wollten anlässlich des 20-jährigen Geburtstags des Landes Brandenburg Prignitzer Gemeinden die Gestaltung eines Wappens anbieten“, schildert Ingo Bodin, Ehrenpräsident des Vereins „Prignitz Herold“, auf dessen Initiative hin das Breeser Wappen entworfen wurde. „Rühstädt und Weisen zum Beispiel hatten kein Interesse. Aber der Breeser Bürgermeister Werner Steiner schon“, so Bodin. Nach einigen Entwürfen, die auf Geheiß des Landeshauptarchivs immer wieder abgeändert werden mussten, war das Symbol fertig. „Ein Wappen ist identitätsstiftend und auch ein Hoheitszeichen für eine Gebietskörperschaft“, so Bodin, der eine weitere Idee für die Gemeinde Breese hat. „Sie könnte künftig den Zusatz ,Einhorngemeinde’ tragen.“

Der Prignitzer vom 17. März 2016

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