Die Grausteiner Kirche hat nun wieder drei neue Glocken im Turm

Aber vor dem ersten Läuten Ende Mai muss noch der hölzerne Glockenstuhl zusammengebaut werden und finden Schwingungsmessungen statt

GRAUSTEIN Es war ein großer Moment für die Grausteiner, als die neuen Kirchenglocken von Pfarrerin Astrid Schlüter am Freitag geweiht wurden. Zwei Glocken aus Bronze glänzten in der Nachmittagssonne.

Bernhard Schwietzke (links), Pfarrerin Astrid Schlüter sowie Joachim Schötz bei der Glockenweihe.
Foto: mat

Sie wurden vor einem Jahr in Lauchhammer gegossen, sind 330 und 200 Kilogramm schwer.

Doch zum Glockengeläut in Graustein gehört auch eine 100-Kilogramm-Glocke. "Sie ist aus dem Jahr 1849, besteht aus Bronze und wurde bei uns nur eingelagert", erzählt Ralf Stiebitz von der Heidenauer Firma Glockenläuteanlagen. Für den neuen Glockenstuhl wurde Eichenholz verwendet, das die Zimmerleute aus Thalheim im Erzgebirge wie ein Möbelstück behandeln. "Für uns sind es heute kleine Glocken. Letztens wechselten wir das Joch in der Lutherkirche Wittenberg. Dort wiegt so eine Glocke schon sechseinhalb Tonnen", fügte Ralf Stiebitz hinzu.

Die Kranführer aus Meißen brachten die drei Glocken 20 Meter hoch in den Kirchturm. Joachim Schötz vom Gemeindekirchenrat sowie Bernhard Schwietzke von der Kirchgemeinde in Graustein schmückten die Glocken zur Feier des Tages mit Grün aus der Gärtnerei Koschker. Schaulustige säumten den Straßenrand vor der Kirche und warteten, bis die letzte Glocke im Kirchturm verschwand. "Glocken erinnern an die Ewigkeit, sie berühren unsere Herzen", so die Pfarrerin, die den Glockenton per Hand schon einmal erklingen ließ.

Aber es gibt demnächst eine elektrische Läuteanlage, früher war Handbetrieb angesagt. "Sie wird zu den Gottesdiensten, Hochzeiten, Beerdigungen und auch zum Feierabend ertönen. Mit Knopfdruck oder Zeiteinstellung ist alles möglich. Für dieses Projekt waren insgesamt 73 000 Euro notwendig. Zum großen Teil kam diese Summe aus Spenden zusammen und ein kleiner Teil sind Gelder der Kirche", so Joachim Schötz, der Mitglied des Gemeindekirchenrates ist. Das Vorhaben "Glocken für Graustein" steht nun schon bald vor der endgültigen Fertigstellung. Der Glockenstuhl aus Eichenholz muss noch zusammengebaut werden und auch Schwingungsmessungen stehen noch auf dem Plan. Am 29. Mai um 14 Uhr wird erstmalig der Glockenklang in Graustein zum Gottesdienst wieder ertönen. Letztmalig ertönten die Grausteiner Glocken am 17. Januar 2015.

Beginn dieses Glockenprojektes war 2012. Die Mitglieder der Kirchgemeinde Graustein eröffneten eine große Spendenaktion. Durch zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen konnten diese notwendigen Summen zusammengetragen werden.

Das Geläut der Glocken war schon immer den Grausteinern wichtig. Vermutlich hingen in Graustein in den vergangenen 300 Jahren elf verschiedene Glocken im Glockenstuhl. Bronzeglocken haben eine Lebensdauer von bis zu 1000 Jahren. Ein neuer Holzglockenstuhl kann auch durchaus 500 Jahre lang halten.

Martina Arlt

Lausitzer Rundschau vom 15. Februar 2016

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