Schonfrist für Solardach auf denkmalgeschütztem Pfarrhaus

Anlage könnte in Atterwasch bleiben

ATTERWASCH Eigentlich hätte das Solardach auf dem denkmalgeschützten Pfarrhaus in Atterwasch schon längst abmontiert werden müsssen. Trotzdem zieren das Gebäude immer noch die Zellen, die in den vergangenen Monaten für einen geschäftigen Wort- und Briefwechsel zwischen Landkreis und Gemeinde geführt haben.

Pfarrer Mathias Berndt vor dem Pfarrhaus in Atterwasch.
Foto: Haazipolo

Rein rechtlich ist die Montage einer Solaranlage auf einem denkmalgeschützten Bau unzulässig, hat der Kreis entschieden. Dass der Denkmalschutz bei Ausweitung des Jänschwalder Tagebaus keine Rolle mehr spielen wird und das Pfarrhaus einer Abbaggerung ebenso zum Opfer fallen würde wie jedes andere Haus im Ort, war dem Kreis egal. Verboten ist verboten die Anlage muss runter. Dass sie überhaupt auf dem Dach gelandet ist, war ein Akt zivilen Ungehorsams bereits der Bauantrag des ehemaligen Pfarrers Mathias Berndt war abgelehnt worden. Gebaut wurde die Anlage trotzdem.

Bis zum Oktober im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde Zeit, einen neuen Ort für die Anlage zu finden. So wirklich weitergekommen ist man bei der Suche nicht. Eigentlich sollte die Anlage nach Grabo ziehen, die Kosten dafür wären allerdings immens gewesen: 50 000 Euro das vorgesehene Dach in Grabo hätte ohne Ertüchtigung der Solaranlage nicht standgehalten. Jetzt gibt es einen neuen Plan die Solarzellen könnten in Atterwasch bleiben. Für die Gemeinde wäre das in zweifacher Hinsicht ein Gewinn: Einerseits bliebe das Zeichen gegen Kohleabbau und für alternative Energiequellen, das der ehemalige Pfarrer Berndt auf das Dach des Pfarrhauses setzen ließ, dem Ort erhalten. Andererseits würde ein Verbleib im Ort der Kirche viel Geld sparen. Das Dach, auf das die Anlage montiert werden könnte, ist bereits stark genug, müsste also nicht kostspielig verstärkt werden.

Viel mehr will Gemeindekirchenrat Martin Pehle vorerst noch nicht dazu sagen der Verbleib der Anlage ist noch nicht in trockenen Tüchern, die Absprachen liefen noch, das Angebot aus dem Ort sei sehr neu, sagt er.

Dem Landkreis sei er allerdings dankbar dafür, dass der Druck, die Anlage schnell zu entfernen, moderat sei. Der Kreis äußert sich gegenüber der RUNDSCHAU mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht.

Mitten in den Streit um das Atterwascher Solardach platzte im vorigen Jahr eine Auszeichnung für das Projekt. Die Anlage auf dem Pfarrhaus war mit dem zweiten Platz des Ökumenischen Umweltpreises ausgezeichnet worden. Immerhin 600 Euro gab es dafür.

Daniel Schauff

Lausitzer Rundschau vom 13. Februar 2016

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