Gemeinde muss rund 80 000 Euro Eigenanteil leisten

Pritzwalker Kirche braucht Spenden

Die Pritzwalker Sankt-Nikolai-Kirche weist massive Schäden im Mauerwerk und im Gewölbe auf. Noch im Frühjahr soll der Bauantrag für den ersten Abschnitt gestellt werden. Aber die Gemeinde benötigt Geld, um ihren Eigenanteil von geschätzt 80 000 Euro leisten zu können. Per Flyer bittet sie um Spenden. Auch mit dem Kauf von Geschenkartikeln kann man helfen.

Michael Flassig, Mitglied im Gemeinde-Bauausschuss, im Glockentrum der Kirche.
Quelle: Andreas König
 
Das Fundament ist weitgehend stabil, ergaben Untersuchungen.
Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Dass die Sanierung der Pritzwalker Sankt-Nikolai-Kirche eine gewaltige Aufgabe ist, war den Verantwortlichen klar. Aber sie ist so groß, dass mit den bisherigen Aktivitäten der Eigenanteil der Gemeinde nicht zu erbringen ist. „Trotz großzügiger Unterstützung des Landes Brandenburg, der Stadt Pritzwalk, der Evangelischen Landeskirche und des Kirchenkreises Prignitz wird noch Geld benötigt, um den Eigenanteil zu sichern“, sagt die Gemeindekirchenratsvorsitzende Christine Flassig. Der erste Bauabschnitt, in dem vor allem die Dachkonstruktion über der Kapelle auf der Ostseite der Kirche saniert werden soll, wird mit 412 000 Euro veranschlagt. „Bei einem Eigenanteil von rund 20 Prozent sind das immer noch etwa 80 000 Euro, welche die Gemeinde aufbringen muss“, erklärt die Gemeindekirchenratsvorsitzende.

Daher sucht die Gemeinde jetzt die Unterstützung der Öffentlichkeit. Wie Christine Flassig informiert, wurden Flyer gedruckt und in der Kirche selbst sowie in verschiedenen Pritzwalker Geschäften verteilt. Darauf wird das Sanierungsvorhaben detailliert beschrieben, und seine Notwendigkeit vor Augen geführt.

„Das Dach ist am Übergang vom Schiff zum Chor an mehreren Stellen undicht“, heißt es in dem Faltblatt. „Hausschwamm hat insbesondere im Südosten des Dachfußes signifikante Schäden verursacht.“ Breite Risse im Mauerwerk des Gewölbes und der tragenden Wände lassen keinen Zweifel: es muss etwas getan werden, und das möglichst schnell. Darin sind sich alle Beteiligten einig. „Wir hatten kürzlich eine Beratung mit Vertretern der Denkmalpflege“, berichtet die Gemeindekirchenratsvorsitzende. Demnach sind die Verantwortlichen optimistisch, dass der Bauantrag in diesem Frühjahr gestellt werden kann.

Gemeinde ist auf jede Spende angewiesen

Neben den teilweise zentimeterbreiten Rissen im Mauerwerk macht den Fachleuten auch der Schädlingsbefall Sorgen. Holzschädlinge zerstören unentwegt die gesamten Holzkonstruktionen im Inneren der Kirche. Schließlich möchten die Verantwortlichen der Gemeinde auch die Situation am Südflügel der Kirche verbessern. Das zugemauerte Fenster verhindert nicht nur angemessenen Lichteinfall, es beeinträchtigt auch massiv die Ansicht der Sankt-Nikolai-Kirche aus Richtung Marktplatz. Die Kosten des Gesamtvorhabens belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro. Die Gemeinde ist auf jede Spende, sei sie auch noch so klein, angewiesen. Die wichtigste Angabe auf dem Flyer sind daher die zum Spendenkonto. Außer mit Spenden können Bürger und Besucher der Stadt auch mit dem Kauf bestimmter Geschenkartikel zur Sanierung des Gotteshauses beitragen. „Kleine Anhänger kennzeichnen diese Produkte“, sagt Christine Flassig. Ein Teil des Erlöses kommt der Kirchensanierung zugute.

Spenden: Wer für die Sanierung der Kirche Geld spenden möchte, kann das auf folgendes Konto einzahlen: Kirchengemeinde St. Nikolai Pritzwalk, Sparkasse Prignitz IBAN: DE73 1605 0101 1411 0005 24, BIC: WELADED1PRP, Betreff: Sanierung St. Nikolai. Bareinzahlungen können im Gemeindebüro abgegeben werden.

Von Andreas König

Märkische Allgemeine vom 12. Februar 2016

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