Drei Konzerte für den Glockenturm

Ralf Loock

Groß Lindow (MOZ) Die Sanierung des Glockenturms in Groß Lindow wird insgesamt etwa 50 000 Euro kosten, davon soll die Kirchengemeinde rund 15 000 übernehmen. Zur Finanzierung dieses Beitrages werden im Laufe des Jahres drei Konzerte organisiert. Spenden und Erlös will man für die Sanierung einsetzen.

Mitten im Dorf: In dem Turm des Gotteshauses hingen früher zwei Glocken, eine wurde im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen. Die zweite ist vorhanden, darf aber nicht geläutet werden.
© Ralf Loock

Sie ist der markante Bau mitten im Dorf, die Kirche der evangelischen Gemeinde. Seit 2015 schweigt die Glocke, sie darf nicht mehr geläutet werden. Die Bauexperten hatten festgestellt, dass das Mauerwerk des Glockenturms morsch sei. Daher war die Anlage aus Sicherheitsgründen gesperrt worden.

Über eine Sanierung hatte man zwischen der Kirchengemeinde und der Landeskirche verhandelt.

"Wir sprechen dazu mit verschiedenen Partnern - der Landeskirche, der Denkmalpflege und dem Landkreis", erläuterte Gudrun Grunow von der Kirchengemeinde. Nun liegen erste Angaben vor, die Sanierung des Turms würde insgesamt rund 50 000 Euro kosten. Die Kommune will sich ebenfalls beteiligen. Wie Bürgermeister Peter Schlatter mitteilte, wolle man rund 5000 Euro in den Haushalt der Gemeinde für dieses Vorhaben einstellen.

Die Kirchengemeinde muss einen Beitrag von 15 000 Euro stemmen. Doch woher das Geld nehmen? "Soviel haben wir nicht", so Gudrun Grunow. Daher wolle man im Ort drei große Konzerte anbieten, die Hoffnung ist, dass dabei eine stattliche Summe durch Spenden und Erlöse zusammenkommt.

Der erste Termin ist der Auftritt der bekannten Sängerin Gaby Albrecht am 25. Juni um 19 Uhr im Schlaubetal. "Wir freuen uns sehr auf ihren Gesang", sagte Gudrun Grunow. Der Kartenvorverkauf startet nach Ostern, die Termin werden umgehend bekannt gegeben. Reservierungen sind jetzt schon unter Telefon 033609 72641 möglich. "Dass sie nicht nur ihre Musik gerne singt, sondern jede Zeile in sich aufnimmt und sich komplett der Melodie hingibt, ist bei all ihren Liedern zu spüren. Gaby Albrecht gehört ohne Zweifel zu den Top Sängerinnen ihres Genres, die mit Leib und Seele für die Musik leben. Sie verzaubert ihr Publikum bei all ihren Auftritten", heißt in einer Ankündigung der gebürtigen Magdeburgerin.

Viele Preise konnte sie im Laufe ihrer Karriere schon entgegennehmen - unter anderem "Die 1 der ARD", "Die Goldene Henne" und "Die Krone der Volksmusik". Ihr Repertoire umfasse nicht nur ihre eigenen Erfolgstitel, sondern auch Melodien aus der Opern- und Operettenwelt sowie Schlager und Chanson.

Das zweite Konzert ist der Auftritt des deutsch-polnischen Jugendorchesters aus Frankfurt und Zielona Gora (Grünberg) am 24. September um 17 Uhr. Das Benefizkonzert werde im Rahmen der Aktion "Musikschulen öffnen Kirchen" gegeben. Mit dieser Aktion feiere man zugleich die Wiedereinweihung der Groß Lindower Kirche vor 25 Jahren nach Abschluss der umfangreichen Sanierungsarbeiten. An diesem Tag werde man Führungen durch das Gebäude anbieten sowie ein Basar mit Kaffee und Kuchen organisieren.

Der dritte Termin ist das Adventskonzert am 27. November mit Peter Orloff und dem Chor der Schwarzmeer-Kosaken im Rahmen des Groß Lindower Weihnachts- und Kirchfestes. Um diesen Auftritt zu ermöglichen, werde das Weihnachts- und Kirchfest, das inzwischen in der Region bekannt und beliebt ist, zeitlich vorgezogen.

Denn üblicherweise findet dieses am zweiten Adventswochenende statt. Eine Reservierung des Chores für den Auftritt im Schlaubetal sei nur für den ersten Adventssonntag möglich gewesen. Daher habe man sich kurzerhand entschlossen, die Vereinbarung mit Peter Orloff einzugehen. Da aber dieses Konzert stets ein Bestandteil des Weihnachts- und Kirchfest ist, "haben wir den Termin um eine Woche nach vorne verlegt", erläuterte die engagierte Schlaubetalerin.

Dabei hatte die evangelische Kirchengemeinde sich in den vergangenen Jahren bereits stark für die Sanierung der Bütow-Orgel engagiert. Im Mai 2015 konnte mit einem großen Festgottesdienst die Wiedereinweihung des Instrumentes gefeiert werden. Die Sanierungsarbeiten, die sich in zwei Phasen unterteilten, hatten sich über einen Zeitraum von rund 18 Monaten erstreckt. Nimmt man aber die Vorbereitungszeit hinzu, in der unter anderem die Finanzierung und der technische Ablauf geklärt werden mussten, so kommt man auf eine Zeit von insgesamt vier Jahren.

61 000 Euro wurden in die Sanierung der Bütow-Orgel investiert. Die Gemeinde sammelte dafür insgesamt 24 000 Euro an Spenden ein. Weiterhin zahlten in den Topf Orgelsanierung die Kommune Groß Lindow 5000 Euro, der Kirchenkreis 14 500 Euro, die Behörde für Denkmalschutz 7500 Euro und die Kirchengemeinde Groß Lindow 10 000 Euro ein.

Märkische Onlinezeitung vom 08. Februar 2016

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