Vereint für ältestes Baudenkmal

Thomas Berger

Rehfelde (MOZ) Die Kirche in Rehfelde-Dorf ist mit Abstand das älteste Gebäude im Ort. Sie zu erhalten, Spenden für die notwendige Instandsetzung zu sammeln und das Bauwerk durch kulturelle Nutzung zum echten dörflichen Treffpunkt zu machen, schreibt sich der neue Förderkreis auf die Fahnen.

Gründungs-Team: Gerda Hermann, Heide von Bockelberg, Pfarrerin i. R. Annemarie Rettig, Angelika Reit (vorn sitzend/v. l.) sowie Sylvia Peiker, Mike Hinze, Pfarrer Michael Uecker, Klaus Emmerich und Manuela Matthes suchen für den neuen Förderkreis aber noch Mitstreiter
© Thomas Berger

Die Zahl der organisierten Christen im Ort ist überschaubar. Die finanzielle Herausforderung einer dringend nötigen Sanierung der Kirche ist also kaum durch die Kirchgemeinde allein zu stemmen - und eine erweiterte Nutzung bis hin zu regelmäßigen kulturellen Veranstaltungen erst recht nicht.

Doch Hilfe ist in Sicht: Derzeit befindet sich ein Förderkreis in Gründung, der sich all dessen annehmen will. Vor wenigen Tagen fand das zweite Treffen der derzeit knapp zehn Aktivistinnen und Aktivisten statt, die demnächst noch auf weitere Mitstreiter hoffen. Gefeilt wurde in dieser Runde jetzt an Formulierungen des Grundlagendokuments, das später wohl die Bezeichnung Satzung oder Statut tragen wird, sowie bereits von Angelika Reit erarbeiteten Spendenaufrufs. Papiere, mit denen die Gruppe dann alsbald in die Öffentlichkeit treten will.

Neben Angelika Reit, die auch mit im Gemeindekirchenrat sitzt, gehören unter anderem Annemarie Rettig und Heide von Bockelberg aus dem benachbarten Werder zu den Engagierten. Gerade bei Annemarie Rettig verwundert dies nicht, schließlich war sie von 1990 bis 1998 Pfarrerin in Rehfelde. Die damalige Sanierung des Gemeindehauses geht mit auf ihr Konto. Die Kirche habe man seinerzeit aber leider nicht geschafft. Zudem haben sich Klaus Emmerich, Rentner und ehemals Kirchenältester, der IT-Fachmann Mike Hinz aus Hennickendorf, die in einer Erkneraner Kindereinrichtung tätige Manuela Matthes, die ehemalige Buchhalterin Gerda Hermann und Sylvia Peiker vom Tourismuspavillon zu den Aktiven der ersten Stunde gesellt.

Für die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der aus Feldstein gemauerten Kirche gibt es in finanzieller Hinsicht eine konkrete Hausnummer. 460 000 Euro werden benötigt, haben die Fachleute bereits errechnet. Als größte Posten im Gesamtpaket geht es um die Erneuerung des Daches samt Grundkonstruktion, Fassadensanierung, Reparaturen der Turminnenkonstruktion sowie Putzerneuerung/Anstrich im Kircheninnern, Heizungsinstallation und eine Geländeprofilierung, um dauerhaft die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk zu ziehen.

"Schon vor fünf Jahren hat der Restaurator sein Gutachten erstellt, der Architekt sein Konzept dann vor zwei, drei Jahren erarbeitet", berichtet Uecker über im Vorfeld erfolgte Arbeiten. Das ist auch wichtig, schließlich soll noch dieses Jahr ein Antrag für Fördermittel aus dem Förderprogramm Leader/ILE eingereicht werden. "Wir hoffen auf dieses Jahr", betont der Pfarrer, spätestens aber 2017 soll das Vorhaben gestemmt werden. Schließlich feiert Rehfelde dann 770-jähriges Jubiläum als Ort.

Das aus dem 13./14. Jahrhundert stammende Gebäude ist, wie die Förderkreis-Gründer hervorheben, mehr als nur eine der zentralen Stätten für Gottesdienste in der acht Dörfer umfassenden Kirchengemeinde Herzfelde-Rehfelde. Es handele sich über die Schar der Gläubigen hinaus um ein kulturhistorisch-architektonisches Erbe, das man pflegen und zu einem echten Mittelpunkt dörflichen Lebens ausbauen wolle.

Im Visier sind regelmäßige Konzerte, Ausstellungen, Filmveranstaltungen, generationsüberspannende Gesprächskreise und mancherlei mehr - auch die Einbindung in Feste im Bündnis mit anderen Gruppen wie dem Dorfanger- und dem Heimatverein. Auch zum Stichwort "Bauernkirche" gibt es mit Aspekten wie Saat/Ernte, Kräutertradition und Bauernmalerei schon Gedanken.

Für dieses Jahr stehen konkret zwei Veranstaltungen an, bei denen auch die Spendensammlung richtig anlaufen soll: Am 10. Juli will der Rehfelder Sängerkreis ein Chorkonzert gestalten. Zuvor sind am 16. April Robby Doll & Band mit Irish Folk zu Gast.

Nächstes Treffen ist am 17. Februar, 18 Uhr, im Gemeindehaus (Lagerstraße 11), Kontakt zur Gruppe über Angelika Reit per Mail an reit.angelika@web.de, alle Spenden laufen über das Konto der Kirchengemeinde.

Märkische Onlinezeitung vom 27. Januar 2016

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