Rundling und Kirche – wie aus einem Bildband

Eine Augenweide: das Gotteshaus im Runddorf Helle.
Foto: Birgit Hamann

Es gibt Runddörfer … und es gibt Runddörfer: In Helle möchte man zu jeder Jahreszeit eigentlich stets nur im Kreis fahren oder laufen und zwischendrin immer mal innehalten. Denn mitten in diesem super-idyllischen Ort, der übrigens bereits 1472 erstmals erwähnt wurde, befindet sich Helles Wahrzeichen, die Kirche. Das heutige Gotteshaus wurde 1913 nach Entwürfen von Georg Büttner errichtet. Er bediente sich der Formen des sogenannten Heimatstils, mixte das Ganze mit barocken und mittelalterlichen Elementen sowie Anklängen florentinischer Renaissance. Und, als wenn das nicht schon genug des Guten wäre – die ganz besondere Kostbarkeit findet man drinnen: einen aus 1485 stammenden, 1997 aufwändig restaurierten, gotischen Flügelaltar.

Der Bau der ersten Kirche in Helle ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Als gesichert gilt, dass hier bereits 1600 eine Kirche gestanden haben muss. Es gibt Recherchen, die weisen auf 1571 hin. Nach der Wende wurde die Büttner-Kirche saniert. Interessierte können vor Ort per Telefon (Rufnummer an der Pforte) um Einlass bitten.

Ein Betrieb heißt wie ein ganzes Dorf

Dass viele Menschen mit Neudorf weniger einen Ort als viel mehr Fleisch- und Wurstwaren verbinden, überrascht nicht. Denn das winzige Dorf ist Sitz der Neudorfer Fleischerei GmbH.

1990 beschloss die damalige Geschäftsleitung der Schweinezucht Neudorf, eine kleine, seit 1985 zur Versorgung der vielen eigenen Mitarbeiter bestehende Schlachtstätte zur handwerklichen Fleischerei auszubauen – die Geburtsstunde des Unternehmens. In der Chronik des Betriebes ist nachzulesen, dass Produktion und Verkauf von Hausschlachteprodukten in Pritzwalk und Umgebung 1991 mit nur fünf Mitarbeitern starteten. Der Vertrieb erfolgte dabei mittels eines umgebauten Röntgenwagens des ehemaligen DDR-Gesundheitswesens. Lang, lang ist’s her, denn heute betreibt das Unternehmen Filialen in ganz Nordwestbrandenburg sowie in Parchim. Die kann man natürlich nicht mehr mit einem umgebauten Röntgenwagen beliefern … Mitarbeiterzahl und Logistik entwickelten sich dementsprechend. Dies und mehr ist auch nachzulesen auf der Homepage www.die-neudorfer.de.

Oase am Wegesrand, nicht nur für Radler

Hier kreuzen sich für Radler die Gänsetour und die Brandenburgtour, genau hier richtete Lilo Fortmann für Pedalritter eine Oase ein: die Radleroase. Kleiner als klein ist das Mini-Örtchen Klein Langerwisch, trägt den Namenszusatz ganz zurecht. Und streng genommen – also rein behördlich betrachtet – ist es gar kein Ort. Dennoch: Klein Langerwisch wurde immerhin schon 1752 erstmals erwähnt. Und, spätestens seit sich die Radler-Oase hier etabliert hat, findet das Dörfchen auch wieder im Bewusstsein der Prignitzer statt. Und nicht nur das Dörfchen, sondern auch die wundervolle Natur in der Umgebung. Für deren Erhalt setzen sich Lilo Fortmann und viele andere Bürger aus dem Umfeld seit Jahren engagiert in einer Bürgerinitiative ein.

Der Prignitzer vom 27. Januar 2016

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