Um 12 Uhr schlug die neue Glocke

Bernhard Schwiete

Groß Schauen (MOZ) Am ersten Wochenende im Oktober hatte es noch einen großen Auflauf in der Groß Schauener Kirche gegeben. Am Mittwoch nun wurde das Kapitel, das damals begonnen hatte, eher heimlich vollendet - das Ergebnis hingegen war weithin zu hören. Thomas Walter von der gleichnamigen Glockenläuteanlagen-Firma aus Luckau bauten den zuvor noch fehlenden Klöppel ein in die neue Glocke, die in Lauchhammer hergestellt und am 4. Oktober bei einem feierlichen Gottesdienst in Groß Schauen begrüßt worden war.

Bereit zum Schlagen: Thomas Walter hat am Mittwoch den Klöppel in die neue Glocke eingebaut
© MOZ

Damals war die Glocke noch vor dem Altar ausgestellt. Vergangene Woche wurde sie per Seilzug im hölzernen Anbau in die Höhe gehievt und befestigt, am Mittwoch nun lieferte Walter den Klöppel, und der Zufall wollte es, dass es fast exakt 12 Uhr war, als die neue Glocke erstmals ertönte. Walter war als Fachmann mit dem Rhythmus der Schläge aber noch nicht zufrieden, also wurden die Einstellungen an der Elektronik noch einmal geändert. "Je nachdem, wie weit die Glocke schwingt, ändert sich der Läutewinkel", sagte er. Ziel ist ein möglichst gleichmäßiges Schlagen.

Während am 4. Oktober, zum feierlichen Empfang der neuen Glocke, die Kirche voll war, war am Mittwoch kein Schaulustiger erschienen. So verbreitete sich die Kunde vom eingebauten Klöppel zunächst einzig durch den Klang. Insgesamt gibt es in Groß Schauen jetzt wieder zwei Kirchenglocken. Die neue ersetzt eine fehlende, die im Ersten Weltkrieg abgebaut wurde, um der Rüstungsindustrie zu dienen. Finanziert wurde die neue Glocke durch eine Spendenaktion.

Märkische Onlinezeitung vom 09. Dezember 2015

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