Kirchensanierung in Wernikow

Lange Wunschliste für den 2. Bauabschnitt

Der erste Bauabschnitt der Wernikower Kirche ist kaum beendet, da kann die Planung für den zweiten Abschnitt beginnen. Fenster und Sockel haben die Sanierung besonders nötig. Im Denkmalschutz engagierte Ärzte und Apotheker übergaben am Sonnabend 17 810 Euro fürs Gotteshaus. Damit lässt sich einiges machen.

Focko Weberling (Mitte) von der Initiative am Denkmalschutz engagierter Ärzte und Apotheker übergab in Wernikow den symbolischen Scheck.
Quelle: Madlen Wirtz
 
Architekt Christian Kannenberg (Mitte) erklärt den Zustand der Kirche.
Quelle: Madlen Wirtz
 
Pfarrer Björn Borrmmann (l.) führte durchs Gotteshaus.
Quelle: Madlen Wirtz

Wernikow. Kaum wurde der erste Bauabschnitt an der Dorfkirche in Wernikow abgeschlossen, haben die Akteure auch schon den nächsten Abschnitt planerisch vor Augen. Das können sie auch. Denn mit einer Spende sind die Wernikower ihrem Vorhaben ein Stück näher gekommen.

Am Sonnabend übergaben Focko Weberling, Vorsitzender der „Initiative im Denkmalschutz engagierter Ärzte und Apotheker“ (Idea) und die Projektreferentin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Heidi Gerber, einen symbolischen Scheck in Höhe von 17 810 Euro an Pfarrer Björn Borrmann. Hans-Heinrich Grünhagen von der Kirchengemeinde, Petra Mauf, Vorsitzende des Heimatvereins „Alte Schule“ und Klaus Mundt, Vorsitzender der Initiative Kirche Wernikow, waren bei der Scheckübergabe dabei. Sie repräsentieren eine Gemeinschaft, die sich für den Erhalt der 1248 erbauten Feldsteinkirche einsetzt. „Es hat sich gelohnt, und es macht Spaß, diese Kirche zu unterstützen“, resümierte Focko Weberling von „Idea“. Die 40 Vereinsmitglieder aus dem hessischen Lahnau sammeln Spenden und führen Aktionen durch, um sanierungsbedürftige Gotteshäuser zu fördern.

Vom baulichen Zustand der Wernikower Kirche hat der Verein durch das Mitteilungsblatt des Förderkreises „Alte Kirchen“ Berlin-Brandenburg erfahren. Darin geht es um einen ungewöhnlichen Fund: Ein Reliquiengrab, das ein Weihesiegel, ein Reliquiar mit Knochen und Stoffreste enthält. „Sie sind die Seele des Ortes“, hob Pfarrer Björn Borrmann die Besonderheit hervor. In würdevoller Weise sollen die Reliquien im Kircheninnern ausgestellt werden. Auch soll die Wernikower Kirche „offene Kirche“ werden.

Die Wunschliste der Akteure ist lang. Dazu zählen außerdem der Feldsteinsockel, die Fenster, im Innern die Wände, die Decke, das Gestühl und nicht zu vergessen die Kirchturmuhr. Welche der Wünsche im zweiten Bauabschnitt angepackt werden, plant der Wittstocker Architekt Christian Kannenberg.

Entscheidend ist die Dringlichkeit. Die Fenster und der Sockel haben die Sanierung besonders nötig. Ihnen macht die Feuchtigkeit zu schaffen. 100 000 Euro sollen im zweiten Abschnitt verbaut werden. 50 000 Euro Fördermittel sollen aus dem Denkmalschutz Sonderprogramm fließen. Die anderen 50 000 Euro muss die Kirche als Eigenkapital aufbringen. Mit den am Sonnabend erhaltenen 17 810 Euro ist der Anfang gemacht.

Von Madlen Wirtz

Märkische Allgemeine vom 18. Oktober 2015

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