Förderverein veranstaltet Turmfest

Julia Lehmann

Falkenthal (MZV) Mauerwerk und Steine sind locker, im Holz sitzt der Hausschwamm, die Laterne ganz oben auf dem Turm hat Schieflage. Der Falkenthaler Kirchturm hat schon bessere Tage gesehen, doch Kirchengemeinde und Förderverein Dorfkirche finden sich mit dem Zustand des im 13. Jahrhundert gebauten Gebäudes nicht ab und setzen sich seit Jahren für dessen Erhalt ein. Um Interesse bei der Bevölkerung zu wecken, veranstaltet der Förderverein an diesem Sonnabend von 15 bis 18 Uhr das Fest zu Ehren des baukünstlerischen Denkmals.

Präzisionsarbeit: Künstler André Großmann benötigt für den Linolschnitt des Kirchturms filigranes Werkzeug.
© Julia Lehmann/MZV

Mitglied des Vereins ist auch der Falkenthaler Künstler André Großmann. Er steuert eine der künstlerischen Aktionen bei und wird mit Kindern Linolschnitte des Kirchturms anfertigen. In seinem Atelier in einem alten Bauernhaus startete er bereits einige Versuche. Mit Geduld hat er die Turmseite der Kirche in den Kunststoff geschnitten. Mit feinen Werkzeugen wie Hohleisen und Geißfuß lassen sich die oberen Schichten des Materials entfernen, sodass ein Hochdruck entsteht. Auf den fertigen Schnitt wird Farbe aufgetragen und wie ein Stempel auf Papier gepresst. Einige seiner Bilder stellt Großmann für den Verkauf bereit. Schließlich wird für die Sanierung des Turms gesammelt, deren Kosten die zuständige Potsdamer Architektin Sybille Stich auf etwa 427 000 Euro geschätzt hat.

"Der barocke Turmaufsatz aus dem Jahr 1702 in Verbindung mit einem Mix aus Fachwerk und Feldstein ist für eine Kirche in Brandenburg außergewöhnlich", sagt André Großmann. Aufgrund des immer instabiler werdenden Materials musste der Turm mit Brettern gestützt werden. "Der Förderverein und die Gemeinde konnten bislang etwa 10 000 Euro sammeln", sagt Vereinsvorsitzender Peter Hanschmann.

Märkische Onlinezeitung vom 22. August 2015

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