Die zweite Glocke ist endlich da

Dietmar Rietz

Angermünde (MOZ) Bis sie wieder läutet, wird es noch bis zum 19. September dauern. Aber die zweite Glocke für die Kirche in Dobberzin ist bereits in Angermünde angekommen. Am Dienstag nahmen sie die Vertreter des Dorfvereins auf dem Gelände der Euba Logistic in Angermünde in Augenschein.

Klingt gut: Die neue Glocke für die Dorfkirche Dobberzin ist in Angermünde angekommen. Euba-Logistic-Chef Ronald Garkisch zeigt sie nach der Ankunft Klaus Kohlmay und Wolfgang Neudeck vom Dorfverein Dobberzin, der sie in Maria Laach gießen ließ.
© MOZ

Rund 750 Kilometer hat die neue, die zweite Glocke für die Dorfkirche Dobberzin aus den Kunstwerkstätten in Maria Laach bis nach Angermünde zurückgelegt. Sie wiegt 218 Kilogramm. Am unteren Rand hat sie einen Durchmesser von fast 70 Zentimetern. Die Südseite ziert die Aufschrift "Friede auf Erden". Auf der Nordseite ist erhaben "Dorfverein Dobberzin 2015" zu lesen und das Firmenlogo der Kunstwerkstätten Maria Laach zu sehen.

Klaus Neudeck und André Kohlmay vom Dorfverein Dobberzin sind sichtlich gerührt, als sie am Dienstag die Glocke auf dem Hof des Angermünder Speditionsunternehmens in Augenschein nehmen. Der Projektbeauftragte Wolfgang Neudeck klopft mit dem Fingerknöchel an die Glocke, um den Klang zu prüfen. "Das Glockenläuten ist etwas Herrliches", begründet er den Einsatz für die zweite Glocke, "es vermittelt eine tiefe Verbundenheit der Dobberziner mit ihrem Dorf."

Seit 2011 arbeitet der Verein an dem Projekt "Turmuhr-Stundenschlag-Glockenläuten-neue Glocke Dorfkirche". Im Kirchturm der denkmalgeschützen Feldsteinkirche wurde bereits eine funkgesteuerte Turmuhr eingebaut. Am 1. Dezember 2013 war offiziell wieder der erste Stundenschlag des Glockenläutens im Dorf zu hören. "Für unsere Fahrer ist es die einzige öffentliche Uhr auf der Straße nach Schwedt", ergänzt Ronald Garkisch.

In Absprache mit dem Angermünder Pfarrer André Wiethölter wird die neue Glocke anlässlich des Herbstsingens in Dobberzin geweiht. Am 19. September ab 14 Uhr lädt der Dorfverein dazu in die Kirche ein. "Das Fest endet mit einem gemütlichen Beisammensein auf dem Kirchvorplatz", verrät Klaus Kohlmay.

Steinmetz Matthias Martius wird in den nächsten Tagen die Glocke mit Spezialausrüstung in den Kirchturm heben. Das alte Glockenjoch in der Dorfkirche war übrigens ausgebaut und von einer Berliner Firma aufgearbeitet worden. Die Klöppel für die neue Glocke hat die Firma Glocken-Schmidt nach Angaben der Kunstwerkstätten Maria Laach geschmiedet und wird sie in die Glocke einbauen. Der Einbau der Klöppel und der Anschluss für das elektrische Läuten erfolgt voraussichtlich in den Monaten Juli/August.

Das gesamte Projekt kostete etwas mehr als 21000 Euro. Allein hätte der Verein die finanzielle Last des Glockenprojekts nicht stemmen können. Deshalb hat er sich Partner gesucht. Unterstützt wurden die Dobberziner dabei von der Kirchengemeinde Sankt Annen, der Bürgerstiftung der Sparkasse Uckermark, der Stiftung Maßwerk Berlin, dem Förderkreis Alte Kirchen, der Stadtverwaltung Angermünde und regionalen Firmen mit Herz sowie Kleinspenden von Bürgern. Die Dobberziner selbst spendeten mehr als 5000 Euro und erbrachten Eigenleistungen im Wert von rund 2000 Euro, um die Kirche wieder mit einer zweiten Glocke auszustatten.

Märkische Onlinezeitung vom 23. Juni 2015

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