Kirchturmprojekt Perleberg

Glocke zum Reformationsjubiläum

Erster zeitlicher Rahmen für Kirchturmprojekt von Kirchgemeinde gesteckt / Förderverein ehrt engagierte Bürger mit 4. Spendenplakette

Es wird konkret. Im Rahmen des Reformationsjubiläums soll die erste neue Bronzeglocke der St. Jakobikirche eingehängt werden, das heißt spätestens bis Herbst 2017. Die Kirchgemeinde als Bauherr hat damit ein erstes Datum in Sachen Kirchturmprojekt gesetzt, wie Herbert Dreifke, Vorsitzender des gleichnamigen Fördervereins, gestern sagte. Das heißt aber auch, so mancher Brocken ist da noch zu bewältigen. Denn bevor die erste von vier geplanten Glocken hier zum Gottesdienst rufen kann, müssen der Glockenstuhl und die Geläutanlage erneuert werden. Summa summarum 350 000 Euro werde alles kosten, so das Glockengutachten, das bereits im April vergangenen Jahres von einem Fachmann erstellt wurde.

Und auch die Kosten für den Turmaufstieg wurden bereits berechnet: zirka 50 000 Euro. Doch damit hat der Turm noch keine Spitze. Wie teuer das Gesamtprojekt werde, dahinter stehe noch ein großes Fragezeichen, so Dreifke. Gleichso sind baulich bzw. statische Fragen noch zu beantworten, wie: Was verträgt der Turm, was kann er tragen.

Kirchgemeinde und Förderverein wandten sich so hilfesuchend an die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Der dortige Bauausschuss empfahl ihnen ein Potsdamer Ingenieurbüro, das über entsprechende Erfahrungen verfüge. Dieses präsentierte sich den Perlebergern und am 19. Mai ging es gemeinsam auf den Turm. „Jetzt warten wir auf dessen Aussagen“, so der Vorsitzende des Fördervereins Kirchturmspitze.

Kirchgemeinde und EKBO werden sich dann hinsichtlich des weiteren Vorgehens abstimmen. „Wir möchten natürlich dabei mitreden, zumal wir das eine oder andere koordinieren bzw. bewegen können“, fügt Dreifke an. Stichwort Holz. Die Stadt verfüge über 1700 Hektar Wald. Die Turmspitze aus Holz, das im Stadtwald gewachsen und geschlagen wurde, das wäre nicht zuletzt ein Ausdruck dafür, dass die Stadt sich für dieses Projekt mit einsetze.

Darüber hinaus gehe es darum, entsprechende Fördermittel zu beantragen, weitere Sponsoren zu finden und Spenden einzuwerben.

Stichwort Spenden, aus diesem Anlass hatte der Fördervereinsvorsitzende gestern in die St. Jakobikirche geladen. Die 4. Spendenplakette ist da. Mit Unterstützung der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz konnte sie geprägt werden. „Uns ist es ein Bedürfnis, auf diese Art das Engagement dafür zu unterstützen, dass der Kirchturm wieder eine Spitze erhält und so wie einst wieder zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen wird“, sagte Nicole Bahr, Filialbereichsleiterin in Perleberg. Den ersten Sponsoren und für den Verein überaus engagierten Bürgern konnte sie die Plakette gestern gemeinsam mit dem Fördervereinsvorsitzenden als Dankeschön übergeben. Eine von ihnen ist Doris Kuhns. Die erste Plakette erhielt sie für die Spende, die sie nach einer Operation aus Dankbarkeit überwies, wie sie sagt. Die vierte nun für den Betrag, den sie von ihrer ersten Rente spendete.

Zu kaufen gibt es die Plaketten nicht. Jeder, der mindestens eine dreistellige Summe für das Kirchturmprojekt spende, bekommt eine solche als Dankeschön, so Dreifke.

Der Prignitzer vom 05. Juni 2015

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