Neuer Förderverein für die Döberitzer Kirche

Andrang beim ersten Konzert

Mit seiner Gründungsversammlung am 5. März hat sich der Förderverein für die Sanierung der Döberitzer Kirche formiert und die entsprechenden Unterlagen beim Vereinsregister bzw. Finanzamt eingereicht. Im Vorstand herrscht nun eine Art gespannte Ruhe. Man wartet auf die Eintragung des Vereins und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit, um loslegen zu können.

Der Vereinsvorsitzende Roland Bohm (rechts) und sein Stellvertreter Christian Rosenbaum.
Quelle: B. Geske

Döberitz. „Nach den Auskünften, die wir erhalten haben“, sagt der Vorsitzende Roland Bohm, „können wir bis Ende Mai mit den ersehnten Dokumenten rechnen.“ Aus seiner Sicht dürfte es keine Probleme geben. Der Förderverein hat 27 Gründungsmitglieder, berichtet er.

Es hätten bereits wenigstens zehn Döberitzer ihren Vereinsbeitritt in Aussicht gestellt, aber das solle erst erfolgen, nachdem die Vereinseintragung vorgenommen sei. Er habe begonnen, Informationen über die Kirche zusammenzutragen, sagt Roland Bohm. Er wolle ältere Döberitzer dazu befragen und es sei auch vorgesehen, im Archiv der Kirchengemeinde in Premnitz zu recherchieren.

Den Vereinsvorstand komplettieren Christian Rosenbaum als stellvertretender Vorsitzender, Simone Kalkbrenner als Schatzmeisterin und Ute Przystavik als Schriftführerin. Das erste Benefizkonzert des Vereins am 29. März, berichtet Christian Rosenbaum, sei sehr besucht gewesen. Mit rund 130 Zuhörern sei die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen und es sei die erfreuliche Summe von 950Euro eingenommen worden. Die Musik- und Kunstschule Ton-Art unterstützt den Förderverein mit einer Konzertreihe und hatte für den Auftakt das Trio „Jazzocrazz“ gewonnen.

Es sei daran gedacht, vier bis fünf Konzerte mit einem ebenso hochwertigen Programm pro Jahr anzubieten. Gleichzeitig wolle der Verein bei den Veranstaltungen durch den Verkauf von Speisen und Getränken für weitere Einnahmen sorgen. Ein alljährliches Kirchenfest im Sommer soll es geben. Lesungen seien möglich, wenn der Inhalt sich anbiete.

Vosichtige Schätzung

Nachdem im Mai 1700 das ganze Dorf Döberitz abgebrannt ist, wurde 1702 der Grundstein für die jetzige Kirche gelegt. Die Jahreszahl 1781 auf der Wetterfahne legt nahe, dass der Bau zu der Zeit abgeschlossen wurde.
Hauptaufgabe ist die Sanierung des sehr maroden Daches. Es dringt Nässe ein und Teile des Dachstuhls müssen auch erneuert werden.
Eine erste unverbindliche Schätzung ergab mögliche Kosten in Höhe von 160.000 Euro.
Angestrebt wird eine 75-prozentige Förderung über das ILE-Programm. Bliebe ein Eigenanteil von 40.000 Euro.

Der Förderverein wolle dafür sorgen, erklärt Christian Rosenbaum, dass die Kirche als Veranstaltungsort für öffentliche Veranstaltungen wahrgenommen werde – auch mit weltlichen Themen. Selbstverständlich solle sie auch nach ihrer Sanierung solchen Zwecken dienen. Er betont: „Wenn sie dann schon so schön da steht, soll sie so oft wie möglich genutzt werden.“

„Ich bin sehr froh, dass es so gut geklappt hat“, sagt Pfarrer Hans-Dieter Kübler über den Förderverein, dessen Gründung auf seine Initiative zurückgeht. Im Dorf habe sich großes Engagement entwickelt. Wenn erst Eintragung und Anerkennung der Gemeinnützigkeit vorlägen, könne endlich ein Konto eröffnet werden, so der Pfarrer, auf das dann hoffentlich viele Spenden fließen.

Das sehr gut besuchte Konzert sei ein guter Anfang gewesen. Es gebe bereits einen Termin mit einem Verantwortlichen für das ILE-Förderprogramm, berichtet Hans-Dieter Kübler. Zusammen mit dem Architekten solle besprochen werden, welche Fördermöglichkeiten es für die Sanierung der Kirche gibt.

Von Bernd Geske

Märkische Allgemeine vom 05. Mai 2015

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