Staatssekretär übergibt Bescheid

Kirchensanierung in Stölln steht bevor

Jetzt hat es Pfarrer Hardy Enseleit schwarz auf weiß: die Kirche in Stölln wird saniert. Lange haben die Gemeinde Ländchen Rhinow und ihre engagierten Unterstützer für die Finanzierung gekämpft. Von Kulturstaatssekretär Martin Gorholt übergab am Freitag den Bescheid für Mittel aus dem Kirchenstaatsvertrag.

Staatssekretär Martin Gorholt (l.) übergab Pfarrer Hardy Enseleit den Fördermittelbescheid zur Sanierung der Stöllner Dorfkirche.
Quelle: Norbert Stein

Stölln. Wer den Erfolg will, muss Kondition beweisen. Diese gewiss nicht neue Weisheit macht auch um die Kirche keinen Bogen. „Vier Jahre lang haben wir dafür gearbeitet. Einen Förderverein gegründet und Anträge geschrieben, die einen ganzen Aktenordner füllen“, erklärte Pfarrer Hardy Enseleit die Bemühungen der Evangelischen Kirchengemeinde Ländchen Rhinow und engagierter Unterstützer, um für die dringend notwendige Sanierung der Kirche in Stölln das nötige Geld zu besorgen. „Nun haben wir es geschafft“, fügte Enseleit gut gelaunt hinzu.

Den Beweis dafür hielt er schwarz auf weiß in den Händen. Brandenburgs Kulturstaatssekretär Martin Gorholt war am Freitagnachmittag nach Stölln gekommen, um den von der Gemeinde und dem Förderverein so lang ersehnten Fördermittelbescheid zur Sanierung der Kirche dem Pfarrer im Beisein von Amtsdirektor Jens Aasmann und Bürgermeisterin Iris Hoffmann zu übergeben. 154.000 Euro insgesamt sind notwendig, um das Dach der Kirche wieder dicht zu machen, den Schwamm in den Wänden zu beseitigen und die Außenmauern trocken zu legen.

Das Land Brandenburg unterstützt das Vorhaben mit 77.000 Euro. Die Mittel fließen aus dem Kirchenstaatsvertrag nach Stölln. Die notwendigen 50 Prozent Eigenmittel bringt die Kirchengemeinde mit Unterstützung der Landeskirche und des Kirchenkreises Nauen – Rathenow auf. Geld geben außerdem auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (kurz KiBa).

Staatssekretär Martin Gorholt würdigte die wichtige Rolle der Dorfkirche Stölln für die Identität des Orts und als ein Haus mit vielfältigen Veranstaltungen für Menschen, unabhängig vom eigenen konfessionellen Bekenntnis. „Jetzt oder nie ...“, sagte der Pfarrer und meinte damit, dass durch die Bereitstellung der Fördermittel nun mit den Bauarbeiten ausgerechnet gerade während der Bundesgartenschau begonnen wird, wo die Kirche doch täglich für Besucher geöffnet ist, eine Figurenausstellung gezeigt wird und kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Die Gemeinde möchte aus der Situation eine Tugend machen, indem sie den Besuchern nicht eine auf Hochglanz getrimmte Kirche zeigt, sondern eine Kirche, in der gebaut wird. Ziel ist es, die Sanierungsarbeiten bis zum Jahresende abzuschließen. Anschließend möchte die Gemeinde noch das Innere der Kirche verschönern.

Die Kirche in Stölln ist ein Putzbau mit Rundbogenfenstern. Sie stammt aus dem Jahr 1824, geht aber auf einen 1541 errichteten Vorgängerbau zurück. Der Westturm wurde 1778 erbaut. Sehenswerte Details der Innenausstattung sind der Altaraufsatz aus der Zeit um 1620, der ursprünglich als Epitaph der Familie von der Hagen diente. Dieses wertvolle Werk stammt aus dem Umkreis des Magdeburger Bildhauers Christoph Dehn. Neben dem Marmorrelief des Abendmahles sind Relieffiguren der Stifterfamilie zu sehen. Die hölzerne Kanzel stammt aus dem Jahre 1621. Äußerst beeindruckend ist das großformatige Gemälde „Christus vor dem Hohen Rat“ von G. Becker.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 20. April 2015

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