Saniert wird in Etappen

Caroline Zecher

Gosen - Neu Zittau (MOZ) Letztes Jahr feierte die Kirche ihren 100. Geburtstag. Und das Jahrhundert auf dem Buckel sieht man ihr auch deutlich an: Der Putz bröckelt von den Wänden und der Kirchturm ist sanierungsbedürftig. Die einzelnen Baustellen werden in Etappen angegangen.

Beim Rundgang über das Gelände: Thomas Schölzchen vom Förderverein Dorfkiche Gosen sucht nach weiteren Baustellen an der Außenfassaden des maroden Gebäude.
© MOZ

Schon beim Betreten der Dorfkirche läuft ein Schauer über den Rücken. So kalt ist es in dem Gebäude aus dem letzten Jahrhundert. "Die Heizung wurde schon saniert - von 2012 bis 2014", sagt Thomas Schölzchen vom Förderverein Dorfkiche Gosen, der sich 2008 gegründet hat. "Jetzt ist es nur so kalt, weil sie über Nacht ausgeschaltet war, für Veranstaltungen oder Gottesdienste funktioniert sie prima."

Das war aber nur die erste Bau-Etappe. "Dadurch, dass geheizt werden kann, können nun auch ganzjährig Veranstaltungen hier stattfinden", sagt Schölzchen. Bei Lesungen oder Konzerten können dann Spenden gesammelt werden, um die nächsten Baustellen anzugehen.

Zu DDR-Zeiten wurde die Kirche ziemlich vernachlässigt: Das Dach war undicht, Fenster und Heizung kaputt. "Das wurde nur notdürftig repariert", sagt Schölzchen.

Auf dem Sanierungsplan für die Gosener Kirche stehen noch weitere wichtige Punkte. Die nächsten Baustellen betreffen die Außenfassade und den Innenraum. Der Putz kommt von den Wänden und muss aufwendig, unter Denkmalschutzaspekten, saniert werden. Auch der Kirchturm soll von Grund auf saniert und von den Hinterlassenschaften der letzten 100 Jahre befreit werden. Zum Beispiel soll das noch undichte Dach des Kirchturmes neu gedeckt und das Innere so vor Regen geschützt werden.

Für die Sanierung des Kirchturms beziffert ein Gutachten die Kosten auf 190 000 Euro. Der größte Teil davon, 178 000 Euro sind bereits durch verschiedene Seiten gedeckt. Zugesagt wurden Mittel zum Beispiel aus Denkmalpflegemitteln des Landkreises Oder-Spree, der Stiftung für Denkmalschutz und Spenden an den Förderverein zusammengekommen. Auch die Sanierung des Dachstuhls im Kirchturm ist dringend nötig, da der Holzwurm ins Gebälk eingezogen ist - genauso wie in der 100 Jahre alten Orgel.

Die gesamte Sanierung der Dorfkiche kostet, laut Gutachten, 5000 000 Euro. Daher werden die Baustellen nur etappenweise angegangen. Noch in diesem Jahr ist der Kirchturm dran. "Das Projekt ist noch nicht ausgeschrieben, aber ich schätze, dass es in vier Monaten soweit ist", sagt Stölzchen.

Märkische Onlinezeitung vom 26. März 2015

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