Förderverein arbeitet in Lichterfelde an der Sanierung des Gotteshauses

Kirchen-Rettung in kleinen Schritten

Nahezu eine viertel Millionen Euro wird die Kirchensanierung in Lichterfelde am Ende wohl kosten. Frederik van der Kooi ist seit sechs Jahren Vorsitzender des Zusammenschlusses zur Rettung der Dorfkirche. Mit 15 Mitgliedern wurde der Verein 2009 gegründet. Inzwischen haben sich die Mitgliederzahlen verdoppelt und ihre Aufgaben ein wenig verringert.

Symbolische Pfeiler: Die Mauerrisse wurden 2012 verschlossen.
Quelle: Victoria Barnack

Lichterfelde. Nahezu eine viertel Millionen Euro wird das Langzeit-Projekt "Kirchensanierung in Lichterfelde" am Ende wohl kosten. "Aber so weit sind wir noch lange nicht", sagt Frederik van der Kooi. Er ist seit sechs Jahren Vorsitzender des Zusammenschlusses zur Rettung der Dorfkirche. Mit 15ortsansässigen Mitgliedern wurde der Verein 2009 gegründet. Inzwischen haben sich die Mitgliederzahlen verdoppelt und ihre Aufgaben ein wenig verringert.

Angestoßen wurde die Initiative von Pfarrer Joachim Boekels. Er ist für die Kirchengemeinde Schlenzer zuständig, zu der auch Lichterfelde gehört. "Ich habe ihn damals gefragt, was mit dieser alten Kirche passiert, wenn nichts getan wird", berichtet Frederik van der Kooi über die Anfänge in Lichterfelde. Die Antwort war ebenso leicht wie niederschmetternd: Eine Sperrung des Sakralbaus wegen Baufälligkeit hätte in wenigen Jahren gedroht.

Dieses Thema ist inzwischen vom Tisch. Die erste und gröbste Arbeit fand 2012 mit der Notsicherung der Kirche an der Südwand statt. Eine Holzkonstruktion stützte eine Zeit lang provisorisch die aufklaffenden Wände, bevor die metertiefen Risse fachgerecht verschlossen wurden. "Die Holzpfeiler helfen jetzt nicht mehr, aber wir lassen sie stehen, weil sie eine Bedeutung für uns haben", erklärt der Vorsitzende und klopft auf die dicken dunklen Balken.

In den vergangenen Jahren folgte das Verfugen der Kirchenmauern. In mehreren Arbeitseinsätzen war die Jugendbauhütte mit freiwilligen Helfern 2013 und 2014 an der Lichterfelder Dorfkirche tätig. Damit ist allerdings nur ein Teil des ersten Bauabschnittes fertig gestellt. Nun soll es an den Turm gehen. Dafür müssen Teile der Kirche komplett abgenommen, marode Holzbalken ausgetauscht und anschließend neue Wände gemauert werden.

Investitionsbedarf

Die Dorfkirche von Lichterfelde ist ein Feldsteinbau und stammt wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert. 100 Besucher finden darin Platz. Es gibt eine Glocke, die von Hand geläutet werden muss.
Das erste Sanierungsgutachten aus dem Jahr 2004 bezifferte die Kosten mit 200000 Euro. Investiert wurden in den ersten fünf Jahren 25 000 Euro. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts soll doppelt so viel kosten.

Für dieses große Vorhaben hat der Verein bereits im vergangenen Jahr Fördermittel bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beantragt. "Die Antwort steht allerdings noch aus", erklärt Vize-Vorsitzender Andreas Lust, "erst dann können wir weiter planen." Denn auch bei einer positiven Bilanz wie die Lichterfelder sie vorweisen können, ist der Verein auf Hilfe angewiesen.

Auf die Unterstützung zahlreicher Spender und Sponsoren kann sich der Förderverein zur Sanierung der Feldsteinkirche mittlerweile verlassen. "Die neuen Holzbalken lagern schon bei mir zu Hause", sagt Frederik van der Kooi, der direkt neben der Kirche wohnt. Sie wurden gespendet. Auch der restliche Kies für die Verfugung der Mauern soll weiter genutzt werden. 2010 gewann der Verein außerdem den Preis des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, der mit 2500 Euro dotiert ist.

Mehrere hundert Euro kommen außerdem beim alljährlichen Benefizkonzert zusammen, das Frederik van der Kooi in Lichterfelde organisiert. "Der Termin dafür ist dieses Jahr der 13. September", sagt er und erklärt, dass gleichzeitig das Gemeindekirchenfest und der Tag des offenen Denkmals in Lichterfelde gefeiert werden.

Gute Nachrichten gibt es für den Verein zudem von Pfarrer Boekels. "Der Gottesdienst am Ostersonntag findet um halb elf in Lichterfelde statt, das ist die beste Zeit", sagt er. Er kündigt außerdem finanzielle Zuschüsse in vierstelliger Höhe von der Kirchengemeinde an.

Von Victoria Barnack

Märkische Allgemeine vom 17. März 2015

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