Havelsee: Förderer aus den Ortsteilen

Ein Verein – vier Kirchen

Pritzerbe, Fohrde, Hohenferchesar und Marzahne – vier Ortsteile mit ganz unterschiedlichen Kirchen, die eines gemeinsam haben: An ihnen nagt der Zahn der Zeit. „Eindringende Nässe und Holzschäden bereiten uns am meisten Sorgen“, berichtet Diana Bernitt-Pschwerwankowski, Pfarrerin der Kirchengemeinde Havelsee.

In Pritzerbe braucht unter anderem die Decke den Kirchendoktor.
Quelle: J. Steiner

Zwar gab es in der Vergangenheit immer mal wieder Sanierungsarbeiten, um die schlimmsten Gefahren abzuwenden, doch für den dauerhaften Bestand der Gotteshäuser fehlt der Kirchengemeinde allein die Kraft.

Verstärkung naht jetzt von einer Interessengruppe ohne konfessionelle Bindung. Vor wenigen Tagen hat sich in Pritzerbe ein Förderverein gegründet, der sich den Erhalt der kirchlichen Gebäude zum Ziel gesetzt hat. Dazu zählt zum Beispiel auch das denkmalgeschützte Pfarrhaus in Hohenferchesar, das heute als Gästehaus der Kirchengemeinde dient.

„Andere Vereine kümmern sich um eine Kirche, wir gleich um vier. Mir ist klar, dass wir da ein ganz dickes Brett zu bohren haben“, sagt Jan van Lessen. Der Tieckower ist Vorsitzender des Fördervereins. Im Vorstand stehen ihm Simone Kraatz aus Fohrde als Stellvertreterin und Norbert Schwarz aus Hohenferchesar als Schatzmeister zur Seite. Schätze müssen sich allerdings erst noch ansammeln, um ein konkretes Projekt realisieren zu können.

Vereinschef van Lessen will daher keine zu hohen Erwartungen schüren: „Wir schwimmen nicht im Geld und fangen daher ganz klein an.“ Das kann eine neue Dachrinne hier, ein Gestühl dort und ein repariertes Fenster an anderer Stelle sein. Wichtig ist es dem Verein, dass alle Aktivitäten in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Havelsee in Angriff genommen werden.

Mitglied kann jeder werden, dem das Wohl und Wehe der heimischen Kirchenbauten am Herzen liegt. Der Förderverein will nicht nur Spenden einwerben, sondern selbst zu Einnahmen beitragen. „Vorstellbar sind Konzerte und Lesungen. Ansichtskarten von allen vier Kirchen könnten verkauft werden. Und eine eigene Internetseite soll her“, so Vereinsvorsitzender van Lessen. Pfarrerin Bernitt-Pscherwankowski freut sich über die Unterstützung: „ Es ist schön, dass es noch andere Menschen gibt, die die Kirchen im Dorf lassen wollen, weil sie einfach zur Geschichte gehören und aus dem Ortsbild nicht wegzudenken sind.

Von Frank Bürstenbinder

Märkische Allgemeine vom 06. März 2015

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