Spendenbedarf von 18000 Euro für die Dachsanierung

Döberitzer Kirche bekommt einen Förderverein

Vor einem Monat hat Pfarrer Hans-Dieter Kübler erstmals öffentlich als Ziel formuliert, dass Geld für die Döberitzer Kirche gesammelt werden soll, weil sie dringend saniert werden muss (MAZ berichtete). Nun ist schon klar, dass es am Donnerstag, 5. März, um 19 Uhr im Döberitzer Gemeindehaus die Gründungsversammlung für einen Förderverein geben soll.

Das Dach der Döberitzer Kirche muss dringend erneuert werden. Es ist alt und marode, immer wieder dringt Regenwasser ein.
Quelle: B. Geske

Döberitz. Vor einer Woche hatte es an gleicher Stelle eine Einwohnerversammlung zum Thema Kirche gegeben. Sie sollte einer ersten Orientierung dienen, doch es konnten schon einige Weichen gestellt werden.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf der Einwohnerversammlung“, hat der Döberitzer Ortsvorsteher Jürgen Mulsow gesagt, „und ich bin optimistisch, dass wir der Aufgabe gerecht werden können.“ Mit den etwa 35 erschienenen Personen sei die Teilnahme sehr gut gewesen und die Äußerungen der Anwesenden hätten erkennen lassen, dass die Gründung eines Fördervereins als nächster Schritt ohne größere Schwierigkeiten gelingen kann.

Zeitweise sei die Stimmung fast schon „euphorisch“ gewesen. Ein Kassenwart scheine schon gefunden, sagt Jürgen Mulsow. Als „Problem“ bezeichnet er aber derzeit noch die Suche nach einem Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden für den Verein. Es selbst wolle eine dieser Funktionen nicht übernehmen, erklärt der Ortsvorsteher, weil er jetzt schon zeitlich sehr eingebunden sei. Eine normale Mitgliedschaft im Kirchenförderverein sei für ihn aber selbstverständlich.

Die Informationsveranstaltung habe ihm gezeigt, dass die Kirche „im Dorf verankert“ ist, hat Pfarrer Hans-Dieter Kübler gesagt. Das habe ihm Mut gemacht. Er hat sich auch zuversichtlich gezeigt, dass die Besetzung des Vereinsvorstandes gelingen wird. Es habe noch Gespräche gegeben mit Personen, die an der Versammlung nicht teilnehmen konnten, sagt der Pfarrer, das habe ihn optimistisch gestimmt, dass es für den Vorstand eine Lösung geben wird.

Die Döberitzer Kirche

Nachdem im Mai 1700 das gesamte Dorf Döberitz einschließlich Kirche abgebrannt ist, wurde 1702 der Grundstein für die jetzige Kirche gelegt.
Die Jahreszahl 1781 auf der Wetterfahne legt nahe, dass zu dieser Zeit der Kirchenneubau abgeschlossen wurde.
Für die Sanierung der Premnitzer Kirche in den Jahren 2012 bis 2014 hatte die Gemeinde 15000 Euro an Spenden gesammelt.

An dem Abend im Döberitzer Gemeindehaus sei auch eine erste Schätzung vorgestellt worden, wie die Finanzierung der Kirchensanierung aussehen könnte, sagt Hans-Dieter Kübler. Selbstverständlich seien diese Angaben mit der gebotenen Vorsicht zur Kenntnis zu nehmen, weil für das konkrete Projekt natürlich eine richtige Schadensanalyse erarbeitet werden müsse.

Klar ist, dass es zum jetzigen Zeitpunkt um die Dachsanierung der Kirche geht. Das Dach ist alt und so marode, dass bei entsprechendem Wind und Regen viel Feuchtigkeit in die Kirche eindringen kann. Das Dach muss neu gedeckt werden und Teile des Dachstuhls müssten wohl ausgetauscht werden. Die erste Finanzabschätzung hat der Architekt Erhard Löser gemacht, der in den Jahren 2012 bis 2014 die Sanierung der Premnitzer Kirche geleitet hat und mit dem die Gemeinde sehr zufrieden war.

Für die Dachsanierung ist eine Summe von 160.000 Euro angesetzt worden. Weil die Gemeinde versuchen will, für das Projekt eine 75-prozentige Förderung zu erhalten – zum Beispiel aus dem ILE-Programm –, müsste sie selbst einen Eigenanteil von 40.000 Euro aufbringen. Da nach der Sanierung der Premnitzer Kirche noch 22.000 Euro in der Baukasse verblieben sind, bedeutet das, dass der Döberitzer Förderverein eine Spendensumme von um die 18.000 Euro einwerben müsste. Die Beteiligten gehen davon aus, dass diese Aufgabe überschaubar ist.

Von Bernd Geske

Märkische Allgemeine vom 19. Februar 2015

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