„Die Kirche gehört zum Dorf“

Döberitzer sprechen sich für Initiative zum Erhalt ihres Gotteshauses aus

Hans-Dieter Kübler wirbt für den Erhalt der Döberitzer Kirche.
Foto: Bohm

Döberitz. Die Döberitzer haben sich entschieden - am 5. März findet im Gemeindehaus die Versammlung zur Gründung eines Fördervereins statt. Dieser soll die Finanzierung zur Sanierung der Dorfkirche unterstützen.

Interesse an der Dorfkirche zeigten am Donnerstag mehr als 20 Einwohner, die der Einladung der Kirchengemeinde Premnitz und dem Ortsvorsteher Jürgen Mulsow gefolgt waren. Sie wurden vom Pfarrer Hans-Dieter Kübler über den Zustand der Kirche informiert.

„Das Dach muss gemacht werden, es ist fast am Ende“, sagt Kübler. Kommt der Wind ungünstig, treibt er den Regen unter die undichten Ziegel. Feuchte Stellen im Chorbereich sind unter anderem die Folge. „Wir können zudem erwarten, dass die Dachbalken ebenfalls durchnässt sind“, so der Pfarrer. Eine genaue Bestandsaufnahme der Schäden soll noch erfolgen. Zurzeit geht Kübler davon aus, dass für eine Sanierung der Außenhülle des Gotteshauses rund 160.000 Euro in die Hand genommen werden müssen. Eine Summe, welche die Kirchengemeinde Premnitz nicht allein stemmen kann.

„Die Institutionen, die Fördermittel freigeben, fragen nach der Bedeutung solch einer Dorfkirche. Die Mitgliederzahlen schrumpfen, immer weniger Familien haben eine religiöse Sozialisation“, sagte Kübler im Gespräch mit dem Preussenspiegel. Wie wichtig den Döberitzern ihre Kirche ist, kann kaum am Gottesdienst abgelesen werden, zu dem rund zehn Gläubige den Weg finden.

Ob die Kirche dem Dorf wichtig sei, würde eine Initiative zeigen, die überkonfessionell, aus dem Dorf heraus sich entwickele.

„Die Kirche gehört zum Dorf“, sagt Jürgen Mulsow. Aus diesem Grund regen er und Hans-Dieter Kübler die Gründung eines Fördervereins an. „Solch ein Verein ist ein wichtiger Faktor im Finanzplan der Sanierung.“ Zudem gebe es eine Rücklage aus der Sanierung der Premnitzer Kirche von rund 22.000 Euro, die für die Döberitzer Kirche verwendet werden kann. Würde eine ILE-Förderung von 75 Prozent greifen, bräuchte Döberitz noch rund 18.000 Euro. „Gebe jeder der 267 Haushalten im Dorf 48 Euro pro Jahr“, macht Kübler eine Rechnung auf, „würde die gebrauchte Summe in weniger als zwei Jahren zusammen kommen.“ Gesucht werden Bürger, die sich aktiv und als Mitglied im Förderverein für den Erhalt der Döberitzer Dorfkirche beteiligen möchten.

PreussenSpiegel vom 13. Februar 2015

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