Förderkreis startet eine neue Spendenaktion

Neue Emporenstifterbriefe übergeben

Wer nicht die Kraft und den Mut hat, etwas anzufangen, wird es auch niemals vollenden können. Große Vorhaben brauchen zudem besonders engagierte Vorbereiter mit Visionen und einer gehörigen Portion Optimismus. Doch verpufft jeglicher Tatendrang, wenn am Ende die Finanzierung nicht steht.

Helmut Torno (re.) bekam am Samstag von Pfarrer Wolf Schöne (li.) und Heinz-Walter Knackmuß einen Emporenstifterbrief übergeben.
Quelle: N. Stein

Rathenow. Für ihr Vorhaben können die Akteure mit dem Geldeinsammeln nicht früh genug beginnen. So beherzigt es der Förderkreis für den Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche mit einer neuen Spendenaktion für den Ausbau und die Erweiterung der Empore in dem Gotteshaus auf dem Kirchberg.

Stifterbriefe im Wert von 20 Euro werden dafür ausgegeben. Eine festliche Andacht war am Samstag der Auftakt. Zele-briert wurde die Andacht von Pfarrer Wolf Schöne in der Kirche auf der Mittelempore. Die ersten Stifterbriefe sind bereits erworben. Der Pfarrer hat sie am Samstag übergeben an Regina Jahnke, Klaus Jahnke, Helmut Torno und Heinz-Walter Knackmuß. Stifterbrief Nr. 1 hatte sich zuvor schon Elfie Balzer gesichert.

Etwa 450 Besucher haben derzeit Platz in der Kirche. Zu wenig für Veranstaltungen mit Künstlern von Rang und Namen, wie den Wiener Sängerknaben zum Beispiel. 1000 Plätze seien für solche Veranstaltungen notwendig, erläuterte Wolf Schöne in der Andacht. Um diese Kapazität zu schaffen, soll die Mittelempore zu beiden Seiten erweitert werden. Die vorhandene Mittelempore selbst soll im Bau gestärkt werden, damit auf ihr eine neue elf Tonnen schwere Orgel aufgestellt werden kann.

Wiederaufbau Sankt-Marien-Andreas-Kirche

Der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow hat mittlerweile 239 Mitglieder.
Der 1996 gegründete Verein hat bislang für den Wiederaufbau der Kirche insgesamt 977.000 Euro an Spenden eingesammelt.
Die neue Spendenaktion begann, um mehr Sitzplätze in der Kirche zu schaffen. Derzeit hat sie 450 Plätze. Weil für größere Konzerte rund 1000 Plätze gebraucht werden, sollen die Emporen wieder eingebaut werden.
Das nächste Ziel sind aber erst einmal neue Kreuzgewölbe im Chorraum.

Wann Ausbau und Erweiterung der Empore erfolgen können, steht noch nicht fest. Weder terminlich noch zu den Kosten könne man schon etwas Genaueres sagen, meinte Heinz-Walter Knackmuß, der Vorsitzender des 239 Mitglieder zählenden Förderkreises der Sankt-Marien-Andreas-Kirche ist. Erst müssen noch andere Vorhaben realisiert werden. Als Nächstes auf dem Plan steht der Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum. Dafür habe der Förderkreis bisher 160.000 Euro gesammelt, berichtete Knackmuß in einem Gespräch nach der Andacht. So ist das Emporen-Vorhaben sicherlich noch etwas „Zukunftsmusik“.

Die Andacht war von Zuversicht geprägt. Zweifler mahnte der Pfarrer, nicht in Pessimismus zu verfallen. „Leute, die gesagt haben, das wird nie etwas, hat es schon gegeben, als mit dem Wiederaufbau der Kirche begonnen wurde“, sagte Schöne in Erinnerung an den Turmaufbau. Heute gehöre der Kirchturm zum Stadtbild und sei eines der Wahrzeichen. Für die Erfolgsgeschichte gesorgt hat maßgeblich der 1996 gegründete Förderkreis, der mit vielen Aktionen und Helfern bisher 977.000 Euro für den Wiederaufbau der Kirche beschaffen konnte.

„Noch in diesem Jahr werden wir die Millionengrenze schaffen“, meinte Knackmuß, der als Vorsitzender maßgeblichen Anteil am Erfolg des Förderkreises hat. Maler Helmut Neitzel nahm die Andacht zum Anlass, dem Förderkreis und der Kirchengemeinde jeweils ein von ihm geschaffenes Bild zu übergeben.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 26. Januar 2015

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