Förderverein in Jeserig wirbt für Sanierung

Ins Pfarrhaus soll wieder Leben einziehen

In das verwaiste Pfarrhaus soll wieder Leben einkehren. Für die Komplettsanierung sind rund 400.000 Euro veranschlagt. Neben Wohnung mit Büro ist in dem denkmalgeschützten Gebäude ein 46 Quadratmeter großer Raum zur öffentlichen Nutzung geplant.

Joachim Häcker (l.) und Wolfgang Florian vom Verein.
Quelle: C. Nack

Jeserig. Der Gemeindekirchenrat der Evangelischen Lukas-Gemeinde, der sich gegen einen Verkauf aussprach, sichert dem 2012 zur Restaurierung des Jeseriger Pfarrhauses gegründeten Förderverein weitere Rückendeckung zu.

Auf der Suche nach Unterstützern sind Vereins chef Joachim Häcker und Schatzmeister Wolfgang Florian jetzt im Bauausschuss von Groß Kreutz (Havel) vorstellig geworden. Der gemeinnützige Verein zählt 20 Mitglieder und hat bisher sieben Kulturveranstaltungen auf die Beine gestellt, um für das ambitionierte Vorhaben zu werben. „Aus Spenden hätten wir allerdings erst ein Prozent der Sanierungskosten zusammen“, verdeutlicht Häcker die gewaltige Aufgabe.

Beim Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg sei ein Antrag auf finanzielle Unterstützung gestellt. „Wir wollen Fördertöpfe auftun und weitere Bittbriefe schreiben.“ Außerdem möchte der Verein das kulturelle Leben im Ort beflügeln. Der große Raum wäre für Lesungen, Ausstellungen, Vorträge, Gesprächskreise geeignet, aber auch eine Nutzung durch Kommune, Vereine oder für Familienfeiern denkbar.

Das vor zirka 200 Jahren im Stil eines preußischen Landhauses errichtete Gebäude in Nachbarschaft von Kirche und alter Schule steht seit dem Wegzug des Pfarrerehepaares Sachse vor fünf Jahren leer. „In diesem Zustand ist es niemandem zum Wohnen zuzumuten.“ Für die jetzige Pfarrerin Christiane Klußmann erwarb die Kirchengemeinde in Schenkenberg ein Haus. Es soll nach der Restaurierung des charmanten Jeseriger Pfarrgebäudes veräußert werden und der Erlös in dessen Finanzierung fließen.

„Das wäre etwa der Hälfe der Kosten“, erklärt Florian. Das Sanierungskonzept von 2011 werde aktualisiert. „Die Bausubstanz ist solide. Dach und Dachstuhl sind das Problem.“ Vorerst bemüht sich der Verein, der mit Hilfe der Ortswehr bereits einige Arbeitseinsätze hatte, um Not reparaturen. Als Nächstes ersetzt Dachdecker Oliver Schulze, selbst Mitglied, die beim letzten Sturm beschädigten Biber- und Firststeine.

Die finanzschwache Kommune, die eigene Gemeinderäume anbietet, würde „ ideelle Unterstützung“ zum Beispiel bei Fördermittelanträgen geben. So lautet die Empfehlung. „Mehr ist nicht drin“, sagt Bürgermeister Reth Kalsow. Er verstehe nicht, warum die Kirche zur Finanzierung kein Erbbaupacht-Grundstück verkaufe.

Von Claudia Nack

Märkische Allgemeine vom 21. Januar 2015

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