Förderverein soll Spenden akquirieren

Döberitzer Kirche braucht ein neues Dach

Kaum ist die Sanierung der Kirche in Premnitz abgeschlossen (MAZ berichtete), will die Gemeinde wieder ein großes Vorhaben angehen. Genau genommen bleibt ihr gar nichts anderes übrig, denn der Zustand der Kirche im Ortsteil Döberitz ist gar nicht gut. Das Dach müsste dringend erneuert werden.

Marta Markwart hat Pfarrer Hans-D. Kübler die erste Spende für die Döberitzer Kirche übergeben.
Quelle: B. Geske

Döberitz. Wenn bei Regen der Wind ungünstig weht, wirbelt er viel Nässe zwischen den Ziegeln nach innen durch. Das eindringende Wasser hat an verschiedenen Stellen schon hässliche Spuren hinterlassen. Eine erste Spende hat für die Kirchengemeinde jetzt den Ausschlag gegeben, zu einer Sammlung für die Sanierung des Gotteshauses aufzurufen.

Marta Markwart, die im vergangenen Jahr ihren 70. Geburtstag feierte, hatte das Jubiläum zum Anlass genommen, ihre Gratulanten um Geld für die Döberitzer Kirche zu bitten. „Ich bin in Döberitz geboren worden“, erzählt sie, „hier in der Kirche wurde ich getauft und konfirmiert.“ Mit Herz und Seele sei sie der Kirche verbunden. Gott habe ihr immer Kraft gegeben, in schweren und in guten Zeiten. „Alle, die mir zum Geburtstag etwas geschenkt haben“, sagt Marta Markwart, „sind sehr großzügig gewesen.“ 200Euro seien zusammengekommen, die habe sie der Gemeinde übergeben.

Der Premnitzer Pfarrer Hans-Dieter Kübler hat sich darüber sehr gefreut. Neben der Kirche in Premnitz ist er auch noch für die Kirchen in den Ortsteilen Döberitz und Mögelin zuständig. „Wir haben regelmäßig Gottesdienste und Gesprächskreise in der Döberitzer Kirche“, hat er gesagt, „es gibt hier Konzerte und einmal im Jahr ein Gemeindefest.“ Es gibt aber noch einen wichtigen Grund, der ihn bestärkte, die Sanierung der Döberitzer Kirche anzugehen. Von der Bausumme für die Sanierung der Premnitzer Kirche ist ein ansehnlicher Betrag übrig geblieben.

Erst vor Kurzem lagen der Gemeinde die letzten Rechnungen vor, so dass die Abschlussbilanz aufgestellt werden konnte. Da habe es sich gezeigt, dass 22.000 Euro noch in der Baukasse bleiben. „Dieses Geld können wir als Eigenmittel einsetzen“, erklärt er, „und versuchen, Fördermittel zu bekommen.“ Er sehe zwei Möglichkeiten: Entweder gelinge es, Geld über den Staatskirchvertrag zu bekommen, oder über das ILE-Programm. ILE bedeutet Integrierte Ländliche Entwicklung.

Chronik

Am 22. Mai das Jahres 1700 ist das gesamte Dorf Döberitz einschließlich ihrer damaligen Kirche und der Schule abgebrannt.
Im Jahr 1702 ist der Grundstein für eine neue Kirche in Döberitz gelegt worden. Die Jahreszahl 1781 auf der Wetterfahne legt nahe, dass zu dieser Zeit der Kirchenneubau abgeschlossen wurde.
Die Sanierung der Kirche in Premnitz ist vor wenigen Jahren die Hauptaufgabe der Gemeinde gewesen. Ihr Bau war 1858 abgeschlossen worden.
2012 ist das Dachgebälk dieser Kirche erneuert und das Dach neu gedeckt worden. 2013/14 wurden Turm und Sockel des Mauerwerks saniert.

Für die Sanierung der Premnitzer Kirche hatte die Gemeinde 15.000 Euro Spenden gesammelt.

Für die jetzige Döberitzer Kirche ist 1702 der Grundstein gelegt worden. 1700, so steht es in den Chroniken, war das ganze Dorf abgebrannt. Weil auf der Wetterfahne der Turmspitze die Zahl 1781 zu lesen ist, geht man davon aus, dass in jedem Jahr der Kirchenbau vollendet wurde.

Die vorhandenen 22.200 Euro reichen allerdings nicht sehr weit, wenn das ganze Kirchendach saniert werden muss. Auch Laien können auf den ersten Blick erkennen, dass neue Ziegel nicht reichen. Das Dachgebälk muss wohl ebenfalls erneuert werden. Bevor aber überhaupt erst eine Aussage über den Sanierungsaufwand getroffen werden kann, müsste ein Fachmann eine genaue Schadensanalyse machen. „Es wäre schön, wenn sich ein Förderverein für die Kirche gründen würde“, sagt Pfarrer Hans-Dieter Kübler, „die erste Spende einer Döberitzerin ist ja nun auch schon eingetroffen.“

„Ich freue mich, dass ein Förderverein für die Kirche gegründet werden soll“, hat der Döberitzer Ortsbürgermeister Jürgen Mulsow gesagt, „ich werde dem Verein auf jeden Fall beitreten.“ Er hoffe, dass es dafür im Dorf noch mehr Interesse gebe. Vor einigen Jahren, daran hat Jürgen Mulsow erinnert, habe er selbst für die Restaurierung der Kirchenorgel eine Spendensammlung initiiert. Recht bald hätten sich drei Sponsoren gefunden, so dass diese Sammlung schnell ihr Ziel erreicht hatte.

Von Bernd Geske

Märkische Allgemeine vom 19. Januar 2015

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