Freundeskreis Dorfkirche Spaatz sammelt Geld

Orgel muss dringend saniert werden

Vorträge zur Dorfgeschichte mit historischen Fotos und Musikaufführungen sorgen seit drei Jahren für kulturelles Leben in der Spaatzer Felssteinkirche. Organisiert werden die stets erfolgreichen Veranstaltungen von einem Freundeskreis Dorfkirche Spaatz mit Unterstützung von Kirchengemeinde, Einwohnern, Ortsbeirat, Unternehmen und Vereinen.

Hanna Seefeld spielt in der Felssteinkirche die Orgel. Guido Quadfasel vom Freundeskreis schaut der Organistin zu.
Quelle: privat

Spaatz. „Für dieses Jahr sind wir derzeitig in der Planung“, sagt Matthias Schlüter, der die Arbeit des Freundeskreises leitet und koordiniert. Bereits fest steht, dass die im 13. Jahrhundert errichtete und heute unter Denkmalschutz stehende Felssteinkirche zur Bundesgartenschau im Havelland für Besucher geöffnet wird.

Niemand in dem 350 Seelendorf erwartet einen großen Ansturm. Aber der Freundeskreis hofft in der Felssteinkirche Besucher begrüßen zu können, die auch abseits der Buga-Kulissen das Havelland erkunden und kennen lernen möchten.

Mit etwas Glück und an ausgewählten Tagen werden sie auch den Klängen der Lütkemüller- Orgel lauschen können. Eine Orgel mit Geschichte, die in letzter Zeit von Marion Schwarz, Hanna Seefeld, Christoph D. Minke und weiteren Organisten zu verschiedensten Anlässen und Gottesdiensten gespielt wurde. Für 670 Taler wurde die Orgel vor 136 Jahren angeschafft und in der erweiterten Westempore der Kirche aufgestellt.

Nach elf Jahren wurde eine Instandsetzung notwendig und 1904 nahm der Orgelbauer Alexander Schuke an dem Instrument eine Dispositionsänderung vor. Im Jahr 1917 wurden die Prospektpfeifen aus Zinn für die Rüstungsindustrie beschlagnahmt und durch Zinkpfeifen ersetzt. Auch sonst ist die Zeit nicht spurlos an dem Instrument vorübergegangen. Ein von dem Orgelsachverständigen Andreas Kitschke erstelltes Gutachten belegt, dass das Kircheninstrument nur noch eingeschränkt bespielbar ist. Das Orgelinnere ist dem Gutachten zufolge sehr stark verschmutzt und bedarf einer ebenso dringenden wie gründlichen Reinigung.

Von verschiedenen Registern funktionieren einige Töne nicht mehr. Der Koppelzug geht nur schwer und der Pedalkoppel spricht zu spät an. Auch sonst gibt es noch einiges zu tun. Kurz gesagt: Damit die Spaatzer Kirchenorgel erhalten bleibt und wieder in vollen Tönen erklingen kann ist eine Sanierung dringend notwendig. Einer ersten Kosteneinschätzung zufolge sind dafür 9000 Euro notwendig. Das Geld zusammen zu bekommen hat sich der Freundeskreis zur Aufgabe gemacht und ist dabei mit Unterstützung der Einwohner und Veranstaltungsbesuchern sowie privaten Spenden auf gutem Weg.

Etwa die Hälfte des Geldes hat der Freundeskreis zusammen. „Wir machen natürlich weiter und hoffen wie bisher auf eine gute Unterstützung“ , sagt Guido Quadfasel vom Freundeskreis Dorfkirche Spaatz. Weitere kulturelle Veranstaltungen in der Kirche sind für ihm auch eine gute Möglichkeit sich auf das 575-jährige Spaatzer Dorfjubiläum im Jahr 2016 einzustimmen.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 07. Januar 2015

   Zur Artikelübersicht