Bauarbeiten in der Kirche vorläufig abgeschlossen

Wassersupper Lebenszeichen

Zufrieden blickt Reiner Schachtschneider auf das mit neuen roten Ziegeln eingedeckte Dach der Dorfkirche. „Endlich ist alles wieder dicht“, sagt der Kirchenälteste von Wassersuppe erleichtert. Er verbindet damit eine Geschichte, die er erzählt.

Reiner Schachtschneider vor der sanierten Kirche in Wassersuppe. Kurz vor Weihnachten waren die Arbeiten am Dach abgeschlossen.
Quelle: N. Stein

Wassersuppe. Vor ein paar Tagen hat er abends versehentlich eine Katze in der Kirche eingeschlossen. Herausgekommen ist sie erst am anderen Morgen, als er die Kirchentür aufgemacht hat. Wäre noch irgendwo ein kleiner Spalt, hätte die Katze durch ihn allein den Weg ins Freie gefunden, ist der Mann überzeugt. Also: die Kirche ist wieder ganz geschlossen. Nirgends eine offene Ritze.

Rund zwei Monate war die Dorfkirche eine Baustelle. Zunächst wurden die alten Dachsteine abgetragen und – nachdem marode Balken und Latten ausgewechselt waren – durch neue Steine ersetzt. Ausgeführt wurden die Arbeiten von Fachfirmen. Auch Schachtschneider war fast täglich auf der Baustelle, hat als Kirchenältester nötige Absprachen geführt mit den Bauleuten und eben immer nach dem Rechten geschaut. Insgesamt 60 000 Euro hat die Dachsanierung gekostet. Das Geld konnte die Kirchengemeinde nur mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Denkmalpflege und dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg aufbringen.

Abschließend sauber gemacht wurde die Kirche von Gemeindemitgliedern. Das dabei auch Einwohner geholfen haben, die sonst nicht oder nur selten in die Kirche kommen, freut Reiner Schachtschneider besonders. Für ihn ist es ein Hoffnungszeichen, das nun vielleicht doch wieder mehr Menschen zu Gottesdiensten oder anderen Veranstaltungen in die 1756 erbaute Dorfkirche kommen.

So wie am Sonntag zu einem Kirchennachmittag, zum Abschluss der Dachsanierung und aus Anlass der Wintersonnenwende. Mit Vorlesungen und Gesang kulturell gestaltet, wurde die Veranstaltung am 4. Advent von Kornelia Decke und Elisabeth Zach-Said. Rainer Bürgel spielte Orgel.

Der Förderverein

Karin von Heyking gehört mit einigen Mitstreitern in Wassersuppe zu der Gruppe, die sich mit Vehemenz für die alte Dorfkirche einsetzt.
Ein Förderverein wurde gegründet, der sich fortan damit befasste, Geld zu sammeln. Dazu wurden auch viele Konzerte und Lesungen in der Kirche angeboten.
Nach den ersten Schritten bei der Kirchensanierung ist man inzwischen ein gutes Stück vorangekommen. Das neue Dach ist der sichtbare Beweis dafür. Nun sollen aber auch noch die letzten Etappen bis zum Abschluss aller Arbeiten geschafft werden.

Gemeindepfarrerin Dorothea Klimmt dankte allen Bauleuten und Helfern für ihr Engagement. Dabei ging ihr Blick auch hinauf zur Empore, wo der Orgelbauer Matthias Beckmann aus Friesack in den letzten Tagen wieder die Wassersupper Kirchenorgel einbauen konnte. 9.000 Euro waren dafür notwendig. Das Geld zu besorgen half maßgeblich der Freundeskreis Dorfkirche Wassersuppe mit Karin von Heyking. Gestern gingen die Gedanken vieler Besucher sicherlich auch in das Jahr 2010 zurück, als für 50.000 Euro der Kirchturm saniert wurde. Weil das Dach nicht dicht war, drang im Zuge der Turmsanierung Wasser in die Kirche und beschädigte die Orgel. Der Schaden war erheblich. Die Orgel musste abgebaut und repariert werden.

Da das Dach wieder dicht ist, konnte auch die Orgel wieder eingebaut werden. Insgesamt wurden in den letzten fünf Jahren in die Dorfkirche Wassersuppe rund 120.000 Euro investiert. Erledigt ist nicht alles, auch das Fundament muss saniert werden. Der Kirchennachmittag klang gestern auf dem Seerosenhof von Karin von Heyking aus.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 22. Dezember 2014

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