Wiedereröffnung vertagt bis Ostern

Andreas Wetzel

Steinhöfel (MOZ) Mit dem Weihnachtsgottesdienst sollte die gut zweijährige Sanierungsphase der Dorfkirche Steinhöfel feierlich abgeschlossen werden. Jetzt hat die Gemeinde entschieden, dass sie noch einen weiteren, kleinen Sanierungsabschnitt anhängt.

Logenplatz: Albrecht von Alvensleben an dem Fenster, das die Patronatsloge vom Altarraum der Kirche trennt.
© MOZ

Das Problem kennt wohl jeder, der seine Wohnung renoviert hat und sich anschickt, die alten Möbel wieder einzuräumen: "Wir haben uns ernsthaft gefragt, ob wir die alten Kirchenbänke in diesem schönen, restaurierten Kirchenraum wieder aufbauen wollten", sagt Albrecht von Alvensleben vom Gemeindekirchenrat der evangelischen Kirchengemeinde Demnitz-Steinhöfel. Die Bänke waren zwar alt, allerdings nicht im Vergleich zur Dorfkirche, deren Ursprünge ins 13. Jahrhundert zurückreichen. "Die Bänke haben mal in der Fürstenwalder Domnotkirche gestanden", so von Alvensleben.

Anhand einiger erhaltener Muster wolle man jetzt Sitzbänke bauen lassen, die an die historischen Vorbilder heranreichen. Mit Zugeständnissen an heutige Komfortansprüche: Die Rückenlehnen werden wohl nicht mehr senkrecht stehen.

Auch für dieses Projekt hofft der Förderkreis Dorfkirche Steinhöfel, der für Sanierung und Erhalt der Kirche schon viele Spendenaktionen initiiert hat, auf Fördermittel. Der erneute Finanzbedarf steht noch nicht fest.

Dafür gibt es schon einen neuen Termin für die Wiedereröffnung: "Palmsonntag", verrät Albrecht von Alvensleben, "und den Gottesdienst wird Superintendent Frank Schürer-Behrmann halten." Bis zum Wochenende vor Ostern soll dann die Kirche innen und außen blitzen. Jetzt stehen im Kirchenraum noch ein paar Gerüste, und die passenden Lichtschalter aus Porzellan waren am Ende auch noch nicht fertig.

Die Abnahmen für den großen Bauabschnitt Hauptschiff seien jedoch alle schon erfolgt, bestätigt die Baubeauftragte des Kirchenkreises, Petra Kobalz. Sie hat das Projekt von Beginn begleitet. Zwei Jahre schon ist die Kirche für Gottesdienste gesperrt; und zwischendrin musste auch das Budget von insgesamt 620 000 Euro mehrfach umgeschichtet werden, weil während der Bauarbeiten bis dahin unentdeckte Schäden auftraten: So war das Mauerwerk von Hauptschiff und Turmanbau massiv vom Schwamm befallen. Vor allen anderen Arbeiten hatte die Mauerwerksanierung entsprechend höchste Priorität. Heute zeugt ein Kiesstreifen anstelle des letzten Dielenbretts an der Innenwand der Kirche von dem Problem mit den nassen Wänden.

Arbeiten an den kunsthistorischen Schätzen in der Kirche, und davon gibt es etliche, mussten da teilweise zurückstehen. Albrecht von Alvensleben zeigt bei einem Rundgang in der Patronatsloge freigelegte Wandmalereien, die jetzt gesichert, aber halt noch nicht restauriert werden konnten. "Das geht erst, wenn wieder Geld da ist."

Der ehrenamtliche Mitarbeiter im Gemeindekirchenrat sieht allerdings viel Potenzial in der Dorfkirche, wenn sie denn erst einmal wieder offen ist: "Wir erwarten eine ganze Reihe von Hochzeiten, in Kombination mit dem Schloss." Und augenzwinkernd fügt er hinzu: "Eigentlich ist unsere Kirche das Erste, was man sieht, wenn man nach Steinhöfel kommt - das Schloss muss man ja erst suchen." Beides trage sicher zur Attraktivität der Region für Besucher bei.

Was den evangelischen Christen in Steinhöfel - und damit auch denen in Demnitz, Falkenberg, Heinersdorf, Buchholz, Gölsdorf und Berkenbrück - jetzt noch fehlt, ist ein eigener Pfarrer oder eine eigene Pfarrerin: Die Stelle ist seit dem Sommer 2013 vakant.

Märkische Onlinezeitung vom 21. Dezember 2014

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