Engagement für Kirchturm

Der Spitze wieder ein Stück näher

Förderverein zur Wiedererrichtung der Turmspitze auf St. Jacobi blickt auf ein gutes Jahr zurück und bleibt in seiner Terminstellung optimistisch

So könnte die Turmspitze für St. Jacobi künftig aussehen.
Repro: Verein
 
Die drei Spendenplaketten.

„Jetzt wissen wir, wie es einmal aussehen soll.“ Diese Erkenntnis ist wohl eines der wichtigsten Ergebnisse der Arbeit des Fördervereins Kirchturmspitze St. Jacobi in Perleberg e. V. im zu Ende gehenden 2014. Seit vier Jahren engagieren sich die Vereinsmitglieder dafür, dass das altehrwürdige Gotteshaus auf dem Großen Markt wieder eine Turmspitze bekommt. Aber nicht nur dafür: Dringend erneuerungsbedürftig seien auch der marode Turmaufgang und das Geläut, so Fördervereinsvorsitzender Herbert Dreifke.

Wie der Turm künftig aussehen soll und wie man ihn konstruieren kann, dafür gibt es mit den perspektivischen Darstellungen und Detailzeichnungen inzwischen gute optische Anhaltspunkte. Mit dem Bauausschuss des Gemeindekirchenrates sei man diesbezüglich in engem Kontakt, so Dreifke. Für das Geläut wurde im Frühling ein so genanntes Schwingungsgutachten erstellt. Was die Neugestaltung des Aufgangs angeht, herrscht kostenmäßig ebenso Klarheit wie für das Geläut nebst Glockenstuhl: Letzteres kostet in der Ausführung Bronze/Eiche rund 350 000 Euro, der Aufgang zum Turm etwa 50 000 Euro.

Dagegen nehmen sich die bisher gesammelten Spendengelder von etwa 20 000 Euro noch recht gering aus. Herbert Dreifke bringt jedoch die Meinung des Fördervereins so zum Ausdruck: „Wir bleiben optimistisch.“ Optimistisch hinsichtlich des Termins, den sich der Verein einst selbst setzte: bis zum 27. November 2016 der Kirche als denkmalgeschütztem Gebäude im Sanierungsgebiet historischer Stadtkern ein neues Aussehen zu geben. Das wäre genau 100 Jahre nach dem verheerenden Brand, bei dem Turmspitze, Glocken und Turmeinbauten verloren gingen. Die fünf Bronzeglocken, die einen einzigartigen, über die Region hinaus berühmten Klang gehabt haben sollen, zerschellten bzw. schmolzen.

Herbert Dreifke ergänzt, dass sich der Förderverein in diesem Jahr an den Workshops zur regionalen Entwicklungsstrategie beteiligte. Diese Prignitzer Bemühungen sollen darin münden, EU-Fördermittel in die Region zu holen. Wenn das klappt, könnte auch das Turmprojekt profitieren. Überdies beobachtete Dreifke 2014, dass sich vermehrt Privatpersonen und Institutionen für das Vorhaben interessieren und Geld geben.

Unterstützen kann man das Anliegen des Vereins u. a. mit dem Erwerb der Spendenplaketten. Die erste Plakette basiert auf einer seltenen Aufnahme vom Kirchturmbrand 1916, die zweite zeigt die von Friedrich August Stüler geschaffene Kirchturmansicht bis 1913, während die dritte auf das 775. Jubiläum der Stadt hinweist und den Kirchturm um 1630 darstellt. Eine Plakette erhalten Personen und Institutionen, die das Kirchturmprojekt in besonderem Maße unterstützen. Sie wird aber auch für eine Spende ab einem dreistelligen Eurobetrag nach der Überweisung auf eines der Konten des Fördervereins umgehend zugesandt. Spender müssen ihre Adresse und die gewünschte Plakette angeben. Die Gemeinnützigkeit des Vereins werde auf der dann folgenden Spendenquittung nachgewiesen.

Der Prignitzer vom 09. Dezember 2014

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