Instrument der Mellnsdorfer Kirche ist restauriert

Baer-Orgel klingt wieder

Mindestens 20 Jahre war sie stumm in Mellnsdorf: Die Baer-Orgel. Doch nun ist die Restauration abgeschlossen. Am Sonntag hat Kantor Michael Weigert aus Zahna die Orgel erstmals wieder angespielt. Der Förderkreis Dorfkirche Mellnsdorf hat die Finanzierung über verschiedene Töpfe ermöglicht.

Kantor Michael Weigert aus Zahna weihte gestern Nachmittag die restaurierte Baer-Orgel in der Kirche Mellnsdorf ein.
Quelle: Kunze

Mellnsdorf. Zur Freude der Mellnsdorfer war Sonntag im kleinen Gotteshaus endlich die historische Baer-Orgel zu hören. Kantor Michael Weigert aus Zahna brachte die Königin der Instrumente erstmals wieder öffentlich zum Klingen. Pfarrerin Ute Schollmeyer zelebrierte die Andacht. Auf ihre Frage, wie lange denn das gute, alte Stück stumm war, wusste niemand eine Antwort. 20 Jahre müssten es mindestens gewesen sein. Um das Instrument vor weiterem Verfall zu schützen, wurde es komplett zerlegt und in Blönsdorf eingelagert. Für eine nicht ganz billige Sanierung fehlte ganz einfach das Geld – bis sich der eigens gegründete Förderkreis Dorfkirche Mellnsdorf dafür stark machte.

Unterschiedliche Geldgeber

Auf seine Fahnen hatte er sich als ehrgeiziges Ziel die etappenweise Sanierung des sichtlich verfallenden Gotteshauses geschrieben. Turmspitze, Dach, der Innenraum – alles wurde Schritt für Schritt saniert. Die Orgel stand erst einmal ziemlich weit hinten an. Doch dann wurden verschiedene Töpfe angezapft, unter anderem von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, von der Stiftung Orgelklang Hannover und der VR Bank Fläming. Als die Finanzierung gesichert war, erhielt das Unternehmen von Orgelbaumeister Rainer Wolter aus Dresden den Zuschlag. Immer wieder kamen er und seine Mitarbeiter nach Mellnsdorf. In seiner Werkstatt wurden Zinnpfeifen gegossen. Wie die Orgel vorher einmal geklungen hat, das konnte Kantor Michael Weigert bei der Premiere nicht sagen. Verwunderlich ist das nicht, denn damals, als an ihr gespielt werden konnte, war er einfach noch zu jung. Er lobt das neue Instrument: „Klein, aber fein, ohne jeglichen Schnickschnack. Aber sie klingt wunderbar, das Spielen darauf macht wirklich Spaß.“

Von H.-Dieter Kunze

Märkische Allgemeine vom 08. Dezember 2014

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