Kirchensanierung mit Epitaph beendet

Fast 300 Jahre altes Kunstwerk erstrahlt im Kroppener Gotteshaus in neuem Glanz

KROPPEN Das Jahr 2014 dürfte seinen Platz in den Kroppener Geschichtsbüchern sicher haben. Denn in jenen Monaten hat die seit einem Jahrzehnt andauernde Sanierung der Barockkirche ihren Abschluss gefunden. Und was für einen: Das ehrwürdige Epitaph erstrahlt in neuem Glanz.

Hans Dietzel präsentiert das restaurierte Epitaph in der Kroppener Barockkirche. Sein Kirchbauverein, der aktuell zehn Mitglieder zählt, war der Motor bei diesen Arbeiten.
Foto: T. Richter-Zippack/trt1

Was für ein Prachtwerk! Unten der geschwungene Sockel. Auf diesem baut sich ein Scheingrab, ein sogenannter Kenotaph, auf. Und darauf der kunstvoll hergestellte Obelisk mit dem sitzenden Wappenengel sowie den Wappen der Familie von Miltitz und des Reichsgrafen Georg von Werthern. Hinzu kommt ein drittes Wappen, umrahmt von zwei Putten in Kindergestalten. Schließlich als krönender Abschluss die markante Vase. Alles zusammen ergibt das Kroppener Epitaph, ein künstlerisch gestaltetes Grabdenkmal.

Schließlich ruhen unter der Kirche die Überreste des Reichsgrafen Georg von Werthern, der es bis zum Minister unter Sachsenkönig August dem Starken gebracht hatte.

Noch vor einem Jahr bot das Epitaph als Wahrzeichen des Kroppener Kirchenschiffes ein eher trauriges Bild. Nach Angaben von Hans Dietzel, dem Vorsitzenden des örtlichen Kirchbauvereins, wurden mehrere absturzgefährdete Teile abgenommen. Zahlreiche Kleinteile waren im Laufe der Zeit abhanden gekommen. Darüber hinaus prägten korrodierte Eisenteile, Feuchteschäden und verschmutzte Oberflächen das Kunstwerk.

So begann vor fast genau einem Jahr eine Berliner Firma mit der Restaurierung. Anfang Oktober konnte diese abgeschlossen werden. Die Arbeiten hätten mit rund 21 000 Euro zu Buche geschlagen. 17 000 Euro seien aus einem Sonderprogramm des Bundes eingeflossen, den Rest habe der Kirchbauverein gestemmt.

Allerdings konnte nicht alles restauriert werden. Bei einer Figur fehlen nach wie vor die Hände, sagt Dietzel. Da es keine Bilder dieser Körperteile gebe, habe man lieber auf eine möglicherweise nicht originalgetreue Nachbildung verzichtet.

Mit der Überholung des in der Region einzigartigen Epitaphs, das der Dresdner Bildhauer Johann Bejamin Thomae im Jahr 1727 erschuf, findet die Sanierung der Kroppener Barockkirche ihren Abschluss. Seit dem Frühjahr 2004 wurden laut Hans Dietzel rund 700 000 Euro in den Erhalt des Gebäudes und seiner Einrichtung investiert.

Jetzt seien nur noch kleinere Arbeiten erforderlich, beispielsweise entsprechende Werterhaltungsmaßnahmen an den Bänken.

Darüber hinaus wäre eine Sitzheizung wünschenswert, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht finanzierbar. Nunmehr solle sich das Gotteshaus als "Kulturkirche" etablieren. "Wir planen neben den Gottesdiensten regelmäßige Kulturveranstaltungen", kündigt Dietzel an. Etwa sechs bis sieben pro Jahr seien realistisch.

Für 2015 gebe es bereits Pläne. Welche genau, wolle der Vereinsvorsitzende noch nicht verraten. "Erst, wenn alles in Sack und Tüten ist", so der 81-Jährige, der ursprünglich aus dem thüringischen Greiz stammt und seit dem Jahr 1980 in Kroppen lebt.

Torsten Richter-Zippack / trt1

Lausitzer Rundschau vom 25. November 2014

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