Förderkreis der Sankt-Marien-Andreas-Kirche sammelt Spenden

Auf dem Weg zu 1000 Plätzen

Dachziegel, Säulensteine, Fenster, Orgelpfeifen – für die verschiedensten Einzelprojekte hat der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche schon Spenden gesammelt oder tut es noch. Seit wenigen Tagen werden nun auch Stifterbriefe vergeben für den Wiederaufbau der Emporen, die einst im Kirchenschiff umliefen.

Heinz-Walter Knackmuß zeigt es gern: In dieser Höhe soll rundum wieder eine Empore hin.
Quelle: B. Geske

Rathenow. Wie Heinz-Walter Knackmuß, Vorsitzender des Förderkreises, erzählt, war es ein Aha-Erlebnis, das den Verein bewog, die Emporen mit ins Spendenportfolio aufzunehmen.

Das Management der berühmten Wiener Sängerknaben hatte sich für einen Auftritt in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche interessiert. Es nahm aber wieder Abstand vom Vorhaben, als von der hiesigen Gemeinde die Auskunft kam, dass maximal Plätze für 500Zuhörer bereit gestellt werden können. Für diesen Chor war die Kapazität zu gering. „Für große Konzerte kommen die Künstler erst“, erklärt Heinz-Walter Knackmuß, „wenn über 650 Plätze zur Verfügung stehen.“ Deshalb sollen nun die Emporen wieder errichtet werden. Dadurch würde sich die Kapazität in der Kirche auf zirka 1000 Plätze erhöhen. Mit einer Auftaktandacht soll im Januar 2015 die neue Sammelaktion eröffnet werden. Die ersten sieben Emporenstifterbriefe sind allerdings schon jetzt vergeben. Ein Exemplar ist für 20 Euro zu haben. Elfie Balzer, Geschäftsführerin des Optikparks, war es eine Freude, dass sie am 11.November den Emporenbrief mit der Nummer 1 erwerben konnte.

Die neuen Emporen werden sich von der Höhe her dort befinden, wo heute die Orgel-Empore ist. Möglicherweise muss auch die Orgel-Empore erneuert werden, damit sie später die neue Orgel tragen kann. Auch für das Instrument sammelt der Förderkreis schon Spenden. Eine Orgelpfeife ist für 100 Euro zu haben, 187 Stück davon sind schon vergeben.

„Wir haben immer dafür gesorgt, dass wir den Leuten etwas in die Hand geben können, wenn sie für den Wiederaufbau spenden“, erinnert Heinz-Walter Knackmuß. Ende der neunziger Jahre habe es begonnen mit Kupferplatten für den Wiederaufbau des Turmes. 286 Stück davon seien vergeben worden, 35750Euro seien zusammen gekommen. Gar nicht lange danach hat der Förderkreis auch allgemeine Stifterbriefe in Bronze, Silber, Gold und Platin aufgelegt, die für die beachtlichen Beträge von 500, 1000, 2500 und 5000 Euro zu haben sind.

Sie sind bislang 45-, 35-, 11- bzw. viermal erworben worden und haben dem Förderkreis schon über 100000 Euro eingebracht. Dessen gegenwärtige Hauptsammelaktion ist auf den Wiedereinbau der Gewölbe des Chorraumes gerichtet. Die Kosten dieses Projektes werden auf rund 500000 Euro geschätzt. Der Förderkreis hat sich hier zu einem Anteil von 160000 Euro verpflichtet und durch die Vergabe seiner Säulensteine bislang 42 955 Euro zusammen bekommen.

Durch all seine Spendenaktivitäten hat der Förderkreis seit der Gründung mittlerweile 274880 Euro eingeworben. Zählt man die Mitgliedsbeiträge des Vereins noch hinzu, kommt der stattliche Betrag von 969.000 Euro zusammen. Ob man sich wohl etwas einfallen lässt für den Spender oder die Spenderin, mit deren Zuwendung die magische Eine-Million-Euro-Marke übertroffen wird?

Von Bernd Geske

Märkische Allgemeine vom 18. November 2014

   Zur Artikelübersicht