Kirche Neuenhagen bald in Farbe

Inga Dreyer

Neuenhagen (MOZ) Noch sind die Spuren des Brandes in der Neuenhagener Kirche zu sehen. Doch es geht voran. Die Decke über dem Hauptschiff ist fertig und das Farbkonzept steht. Im Altarraum sollen die alten, bunten Ornamente wiederhergestellt werden.

Neues Farbkonzept: Architektin Barbara Anders erklärt Besuchern die geplante Gestaltung der Kirche Neuenhagen. Der Altarraum wird bunt - so wie es ursprünglich gewesen ist, bevor das Innere der Kirche in den 1960er-Jahren weiß übertüncht wurde.
© Andreas Karpe-Gora

Ein zarter Geruch nach Brennholz liegt noch in der Luft. Noch hat sich die Neuenhagener Kirche nicht von dem Brand erholt, der im Februar 2013 aus ungeklärten Gründen in der Winterkirche ausgebrochen ist.

Doch die Fortschritte sind unverkennbar. In dunklem Braun glänzt die Decke über dem Hauptschiff. Zuerst sei nicht klar gewesen, ob das Holz, das durch die Dämpfe des Brandes angegriffen wurde, komplett ersetzt werden müsse, erklärt die Architektin Barbara Anders. Man habe sich jedoch entschieden, zu retten, was zu retten ist. Die Decke wurde wochenlang per Hand abgewaschen und später abgeschliffen - ebenfalls in Handarbeit. Nur ein großer Deckenbalken musste komplett ausgetauscht werden.

Über der Winterkirche, wo das Feuer ausgebrochen war, sieht es anders aus: Dort mussten teilweise neue Holzdecken eingezogen werden.

Lange war nicht klar, was mit den alten Ornamenten passieren solle, die hinter dem Ruß an den Wänden zum Vorschein kamen. Wahrscheinlich in den 1960er-Jahren war die Kirche komplett weiß gestrichen worden. Doch auch von den älteren Neuenhagenern, die am Wochenende des Baufortschritt besichtigen, kann sich keiner mehr so recht daran erinnern, wie bunt die Kirche einst war.Die Gemeinde war davon ausgegangen, dass die Versicherung nur die Wiederherstellung des Zustandes vor dem Brand übernehmen würde. Das hätte bedeutet: weiße Wände.

Nun aber hat sie auch ein neues Farbkonzept finanziert, das Barbara Anders am Wochenende vorstellte. Es sieht vor, die alte, ornamentale Gestaltung des Altarraums wiederzubeleben. An der Decke der Apsis leuchtet bereits eine weiße Taube in einem Kreis aus Flammen. Sie hat die Restauratorin Marlies Genßler bereits wiederhergestellt. Für das Hauptschiff ist eine schlichtere Gestaltung vorgesehen. Abgesehen von einer Bordüre an der Seite solle es in einem hellen Grau gehalten werden, erzählt Barbara Anders, die für das Berliner Architekturbüro Rauschning arbeitet.

Die zuvor hell gestrichene Orgel wird wie Decke und Brüstung in dunklen Brauntönen abgesetzt. Die Läutanlage ist bei einem Orgelbauer in Werder in Arbeit und soll im Frühjahr, wenn die Lufttemperatur wieder konstant bei mindestens zehn Grad liegt, eingebaut werden. Um das Schleifen und Lackieren der Bänke kümmert sich ein Tischler in Schiffmühle.

Im nächsten Schritt wird das fehlende Stück der Brüstung und die Tür zum Turm eingebaut. Danach ist das Dach an der Reihe. Nach aktuellem Zeitplan soll im März alles fertig werden. "Ostern ist unser Wunschtermin", sagt Barbara Anders.

Märkische Onlinezeitung vom 30. September 2014

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