Die Spitze sitzt wieder

Buskow (RA) Die Buskower Kirche hat ihre Turmspitze zurück. Das restaurierte und gut sieben Tonnen schwere Bauteil ist am Donnerstagvormittag mit einem riesigen Kran wieder butterweich auf die Mauern gesetzt worden - nachdem sichergestellt war, das der Transport nach oben auch ohne Risiken vonstatten gehen kann.

Da schwebt sie dahin: Mehr als sieben Tonnen zog der Kran am Donnerstagvormittag in Buskow in die Höhe. Wenige Augenblicke später stand die Dachspitze wieder auf dem Turm.
© MZV

Im Juni war die Turmspitze auf dem gleichen Weg zu Boden geschwebt. Über mehrere Wochen hatten Zimmerleute und Dachdecker am Boden die Konstruktion, die im 18. Jahrhundert noch mangels Technik in luftiger Höhe aufgebaut werden musste, erneuert. Verfaultes Holz und kaputte Schieferplatten mussten ausgetauscht werden.

In dieser Woche sind die Arbeiten an der Spitze und der Turmbekrönung abgeschlossen worden. Der Wiederaufbau des Daches wurde von vielen Buskowern erwartet - entsprechend groß war das Interesse, als am Donnerstags der Autokran anrollte. Weil der kühle Herbstwind kräftig wehte, suchten sich die Zaungäste ein windgeschütztes Plätzchen an einer Garage. Mit vier bis fünf Metern pro Sekunde blies der Wind in Höhe des Kirchturms. Das zeigte der Windmesser auf den Instrumenten von Kranführer Thomas Kroll an. Die Daten stammen von einem kleinen Rotor an der Spitze des Kranarms. "Bis zu zehn Metern pro Sekunde ist noch alles okay", sagt Kranführer Kroll. Nur Windboen hätten ihm an diesem Tag das Leben schwer machen können.

Der Wind machte ihm aber am Vormittag die wenigsten Sorgen. Als problematischer schätzte vielmehr die Bolzen der Konstruktion ein, auf der die Turmspitze stand und die an den Kran angehangen werden sollte. "Die sind einfach nicht stabil genug. Da müssen hochfeste Bolzen rein", forderte Kroll, der letztlich den Hut auf hat, wenn sich die Ketten spannen. Die gesamte Aktion verzögerte sich deshalb um etwa eine Stunde. Denn zuerst mussten stabilere, etwa daumendicke neue Bolzen besorgt und eingesetzt werden. "So Leute, dann kann es ja losgehen", sagte Kroll um 10.50 Uhr und schwang sich in den Führerstand des Krans. Mit einem leichten Krachen löste sich da insgesamt 7,8 Tonnen schwere Konstrukt vom Boden. Dann schwebte die mehrere Meter hohe Spitze ihrem ursprünglichen Standort entgegen. Nach wenigen Augenblicken stand das Konstrukt wieder auf den Turmmauern und musste nur justiert werden. "Das muss jetzt wieder ein paar hundert Jahre halten", freute sich eine Anwohnerin über die gelungene Arbeit.

Märkische Onlinezeitung vom 25. September 2014

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