Kirchturmuhr tickt jetzt sekundengenau

Sanierung der Dorfkirche in der Ortschaft Stechow geht weiter

Die Dorfkirche zu Stechow erstrahlt nach dem Ende des zweiten Bauabschnittes im neuen Glanz.
Foto: dsc

Stechow. Das kleine Dorf Stechow ist eingebettet in eine wald- und seenreiche Landschaft. Der Ort trägt im Gegensatz zu den meisten umliegenden slawischen Siedlungen den Namen der Gründerfamilie. Die Stechows ließen sich im 13. Jahrhundert in der Mark Brandenburg nieder. 1496 ließ Eggert von Stechow auf den Grundmauern einer Kapelle eine Kirche erbauen. Damals wie heute habe das Gotteshaus, so der Nachkomme Friedrich-Leopold von Stechow, nicht nur religiöse Aufgaben, sondern sei der Mittelpunkt der Gemeinde und fördere das Miteinander im Dorf. In den folgenden Jahren wurde die Kirche immer wieder erneuert und weiter ausgebaut. So wurde 1731 der ursprünglich gotische Saalbau saniert, 1736 ein Bildaltar aufgebaut sowie 1856 der Turm restauriert, der Innenraum renoviert und die von Friedrich Hermann Lütkemüller gebaute Orgel durch Pastor Christian Ludwig Hülsen geweiht. Übrigens: Durch die Familie Hülsen wurde das Pfarramt in Stechow von 1777 bis 1935 ausgeübt. Das Amt ging stets vom Vater auf den Sohn über.

Nachdem das Gotteshaus 1927, anlässlich des Pfarrjubiläums, wiederholt saniert worden war, erhielt es in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine gründliche Renovierung.

Aber auch in der heutigen Zeit muss das historische Bauwerk gepflegt und instand gehalten werden. Deshalb wurde im Jahre 2004 der Förderverein „Dorfkirche in Stechow/Havelland e.V." gegründet. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, notwendige Instandsetzungsmaßnahmen für die Dorfkirche als den Mittelpunkt durch eigene Mittel, Mittel aus dem kirchlichen Bereich und Spenden - aber auch freiwilligen Eigenleistungen - durchzuführen. Bereits vor der Gründung wurde mit der Planung der Renovierung begonnen. Zu den engagiertesten Mitgliedern gehören neben dem Vorsitzenden Friedrich-Leopold von Stechow, Ella Wernicke, Karin Krakau, Antje Wilke, Frau Lange und Axel Hartwig.

In den zurückliegenden Jahren wurden unter anderem neue Stühle angeschafft und der Turm für über 100.000 Euro saniert. Aufgebracht wurden die Mittel für die Erneuerung des Turmes durch die Deutsche Stiftung Kirchenbauer, den Förderverein „Dorfkirche in Stechow/Havelland e.V.", der Familie Hülsen, der Familie Hartmann und vielen anderen Spendern. Jetzt fertiggestellt wurde die Kirchturmuhr, die jetzt elektrisch betrieben wird und die Zeit auf die Sekunde genau anzeigt. Gesponsert wurde die Wiederherstellung von Klaus Hülsen.

Auch wenn das Gotteshaus im neuen Glanz erstrahlt, stehen noch einige Renovierungs- und Restaurierungsmaßnahmen auf dem Plan. Dafür werden noch einmal rund 100.000 Euro benötigt.

PreussenSpiegel vom 18. September 2014

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