Stabiler und mit neuem Antlitz

Marco Marschall

Wulkow b (MOZ) Trebnitz (MOZ) Es geht voran in der Hochzeitskirche: Seit 14 Tagen ist der Turm des Gotteshauses eingerüstet. Zimmermänner und Maurer gehen zu Werke, um die langersehnte Sanierung fertigzustellen.

Starkes Team: Margot Krebs (v.l.), Jürgen Jander und Irmgard Busch vom Förderverein steigen die Stufen vom Hügel der Hochzeitskirche hinab, die seit zwei Wochen eingerüstet ist.
© MOZ

Auf der Bautafel am Fuße des Hügels, von wo aus der Besucher gen Himmel zur Wulkuower Kirche emporsteigt, sind die Namen der Geldgeber zu lesen, die zum zweiten Wunder fürs Gotteshaus beigetragen haben. Bereits 1998 hatte Fernsehmoderatorin Carla Kniestedt einen Spendenaufruf gestartet. Nach der ORB-Sendung "Zeit läuft" wurde der Erhalt dank vieler Helfer in einem ersten Schritt angepackt. Die Feldsteinkirche bekam ein neues Dach und Tonnengewölbe. Alte Wandleuchter wurden restauriert, neue kamen hinzu. 2003 wurde das Schiff neu verputzt, die alte Bemalung wieder hergestellt und die Orgel eingeweiht.

Nun ist der Turm dran, dessen Holzbalken und Streben marode waren. Weil das Dach nicht dicht war, habe es gefault, berichten die Zimmermänner einer Müncheberger Firma, die in der Spitze, an der Balkenkonstruktion des sogenannten Kaiserstuhls am Werke ist. "Einige Balken sahen von außen sogar vernünftig aus, waren bei genauer Betrachtung in der Mitte aber ausgehöhlt. Da saß der Wurm drin", sagt Jürgen Kaiser, der die Zimmermannsarbeiten in ein bis zwei Wochen abschließen will. Das marode Holz muss ausgetauscht und durch neues ersetzt werden. Die heilen Balken dürfen bleiben.

"Im vorigen Jahr hatte der Förderverein der Kirche ein Holzgutachten erstellen lassen", sagt dessen Vorsitzender Jürgen Jander. Dann musste die Bausumme eingetrieben werden. Förderer fand der Verein in der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, der Katharina und Gerhard Hoffman Stiftung, im Land Brandenburg, der Gemeinde Neuhardenberg, Landeskirche, Kirchenkreis, Kirchgemeinde und in vielen privaten Spendern. 124000Euro wird die Sanierung des Turmes kosten, der im Gegensatz zum Feldsteinkirchenschiff aus dem 13./14. Jahrhundert etwas weniger Jahre auf dem Buckel hat. 1874 kam er samt Uhr und Wetterfahne hinzu. Mit der Sanierung kommen nun eine neue Turmuhr mit elektronischem Werk, eine Wetterfahne sowie eine neue Eingangstür. Diese soll dem Vorbild der historischen Eingangstür nachempfunden sein. "Und sie wird toll aussehen", freut sich Irmgard Busch vom Förderverein.

Der hatte sich 1995 gegründet und war den Erhalt des Gotteshauses in kleinen wie in großen Schritten angegangen. Im vergangenen Jahr wurden die Fensterbänke des Kirchenschiffs von außen erneuert. Nun könnte im Oktober die Einweihung des sanierten Turmes gefeiert werden. Auf einen Termin wollen sich die Mitglieder des Fördervereins allerdings noch nicht festlegen. Veranstaltungen im Kirchenschiff sind schon im September wieder geplant.

Mit dem sogenannten Hochzeitsschloss direkt gegenüber hat das Gotteshaus vor allem als Hochzeitskirche Bedeutung erlangt.

Märkische Onlinezeitung vom 16. August 2014

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