Hübsche Summe für Bechliner Dorfkirche gesammelt

Bechlin (RA) Zu recht stolz können die Mitglieder des Fördervereins der Dorfkirche Bechlin sein. Sie werden einen hübschen Anteil an der Sanierung ihres Kirchturms selbst finanzieren, dem ersten von drei Bauabschnitten. Mit ein bisschen Glück werden die Arbeiten im Herbst beginnen.

Ein schönes, massives Gotteshaus: Die Bechliner Kirche gilt als eine der ältesten im Land Brandenburg. Der massive Turm schwingt allerdings.
© Daniel Dzienian / MZV

Architekt Werner Dünkel hat den Bauantrag eingereicht, nun warten alle auf die Baugenehmigung. "Wir freuen uns darüber, dass wir den ersten Bauabschnitt, also den Kirchturm, ganz ohne fremde finanzielle Hilfe stemmen können", berichtet Andreas Schulz vom Förderverein. Die Kirche gilt als eine der ältesten im Land Brandenburg. "Wir befinden uns in Bechlin aber quasi im fördermitteltechnischen Niemandsland. Wir sind kein Ortsteil, also können wir Gelder aus Förderprogrammen wie der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) oder Leader vergessen. In der Kernstadt liegen wir aber auch nicht, also gibt es aus dieser Richtung auch nichts", so Schulz Tatsächlich gilt Bechlin als sogenannte Wohnlage, obwohl jeder Bechliner das Gefühl hat, er wohnt in einem Dorf und nicht in Neuruppin.

Der Förderverein hat aus eigenen Kräften rund 43 000 Euro aufgebracht. Dr. Klaus Kroschewski vom Verein rechnet mit Gesamtkosten für den Turm in Höhe von 110 000 Euro. Den Rest stemmt der Kirchenkreis Ruppin. Der wiederum hat Rücklagen gebildet. Einst wurde zugesichert, dass die rund 100 000 Euro aus dem Verkauf des Bechliner Pfarrhauses wieder in die Kirchensanierung zurückfließen. Vom Kirchenkreis war am Montag leider keine Stellungnahme mehr zu bekommen.

"Als der Turm nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder aufgebaut wurde, ist aus heutiger Sicht gepfuscht worden", berichtet Klaus Kroschewski. "Das war sicher fehlendem Material und fehlender Handwerkskraft geschuldet." Jedesmal wenn die Glocken schlagen, wackele die ganze Konstruktion. "Dort müssen unter anderem Andreaskreuze eingezogen werden, um alles zu stabilisieren."

Der späte Baubeginn im Jahr passt noch mit einer anderen Überlegung zusammen, die die Bechliner im Auge behalten müssen. "Wir dürfen ohnehin nur im Herbst und Winter bauen", erklärt Andreas Schulz. "Im Turm sind Dohlen, Schleiereulen und Fledermäuse." Der Nachteil: Weil viele Firmen in der Jahreszeit traditionell volle Auftragsbücher haben, könnten die Gesamtbaukosten am Ende etwas über der Summe von 110 000 Euro liegen, meint Klaus Kroschewski.

Ist der Turm eines Tages geschafft, liegen die Bauabschnitte zwei und drei noch vor der Gemeinde. Das komplette Dach müsste neu gemacht werden. "Es ist undicht und Putz rieselt von der Decke", so Andreas Schulz. Der Schwamm ist zum Glück noch nicht eingezogen. Zuletzt sollen noch Gemeinderäume eingebaut werden. Seit dem Verkauf des Pfarrhauses gibt es keine mehr. Ebenfalls mit viel Eigenleistung hat es der Förderverein vor nicht allzu langer Zeit geschafft, eine Toilette einzubauen. "Wir werden also wieder Spenden sammeln, aktiv sein und auch weiter versuchen, doch noch neue Fördermöglichkeiten aufzutun", so Andreas Schulz. Klaus Kroschewski hofft, die 43 000 Euro des Fördervereins auf die ersten beiden Bauabschnitte verteilen zu können.

Märkische Onlinezeitung vom 28. Juli 2014

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